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Rosi Gollmann: „Das Unmögliche wagen“

Hohenhameln Rosi Gollmann: „Das Unmögliche wagen“

Hohenhameln. Für ihre Vortragsreihe zugunsten der St. Laurentius-Stiftung gewannen die Inhaberin der St. Laurentius-Apotheke Plonja Nickell, und die evangelische Kirchengemeinde diesmal die mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Rosi Gollmann für eine Lesung aus ihrer Autobiografie.

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Rosi Pollmann.

Und wäre jener Lebensbericht nicht sicher verbrieft, könnte man ihn auch für eine gewagte Kombination aus Rosamunde-Pilcher-Drama und Heiligen-Legende halten, wenn die inzwischen 88-jährige Gründerin und Ehrenvorsitzende der „Andheri-Hilfe Bonn“ und Mitbegründerin und Vorsitzende der „Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung“ erzählt.

Gewinner dieses unglaublichen Lebens sind jene Hunderttausende, wenn nicht inzwischen Millionen von Menschen in Indien, denen durch das selbstlose Wirken dieser Menschenfreundin Leben und Gesundheit gerettet oder wiedergegeben wurde. Begonnen hatte die zur Verfilmung geeignete Erfolgsstory in einer Lebenskrise. Denn jener Mann, den Gollmann liebte - und er sie - kehrt zwar unverletzt aus dem Weltkrieg zurück, entscheidet sich jedoch für ein Leben als Priester. Sie hadert nicht („wir halten bis heute Kontakt“), studiert Theologie und arbeitet als katholische Religionslehrerin.

1959 liest sie zufällig über menschenunwürdige Zustände in einem Waisenhaus im indischen Andheri. Das berührt sie so sehr, dass sie drei Jahre später eine beschwerliche Schiffsreise dorthin auf sich nimmt. Die Begegnungen bewegen sie 1967 zur Gründung ihrer „Andheri-Hilfe Bonn“. Mit „Hilfe zur Selbsthilfe statt Dauer-Almosen“ wendet sie sich an indische Straßenkinder, Kinderarbeiter und deren Familien und besonders an unterprivilegierte Frauen. Die erstaunlichen Erfolge beflügeln sie.

Gollmann zitiert nur wenige und kurze Passagen aus ihrer gedruckten Lebenserinnerung „Einfach Mensch“. Überwiegend spricht sie, in freier Rede beispielsweise von mehr als einer Million erblindeter Menschen, die durch Zusammenarbeit „mit meinen indischen Partnern“ in einer eigens gegründeten Klinik ihr Augenlicht zurückerhielten. Sie entwickelt kluge Strategien gegen Kinderarbeit und Tempelprostitution, berichtet schonungslos vom unaussprechlichen Leid Lepra- und Aids-Kranker oder von Mädchentötungen aus wirtschaftlich-familiärer Not - aber ebenso über ihre hoffnungsvoll-kreativen Lösungsansätze für Bildung und Selbstbestimmung, die in vielen Tausenden belegbaren Fällen zur Überwindung der Not führten.

In einem Nebensatz erwähnt sie beispielsweise ihre von Ärzten für unheilbar und tödlich gehaltene Leberentzündung, die auf unerklärliche Weise plötzlich ausheilte. Oder davon, wie vor drei Jahren Fernsehjournalist Markus Lanz sie mit einem Kamerateam in Indien begleitete und der vor einer extremen Notsituation weinend kapitulierte.

Richard von Weizsäcker würdigte ihre Autobiografie übrigens mit einem Grußwort. Der immense Zuwachs von Gollmanns Stiftungen komme direkt den Menschen ihrer diversen Hilfsprogramme zu Gute, damit sie würdevoll, selbstbestimmt und unabhängig leben können.

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