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Robin Hood knackt harte Nüsse

Hohenhameln Robin Hood knackt harte Nüsse

Weihnachten ist ihre Zeit, aber produziert werden die einzigartigen Nussknacker aus der Galanteriewaren-Manufaktur Steinbach in Hohenhameln das gesamte Jahr über. 80 Prozent der Figuren exportiert das Familienunternehmen in die USA, zurzeit ist die Chefin Karla Steinbach selbst in Amerika, um sich um ihre Kunden zu kümmern.

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Karolin Steinbach präsentiert einen alten König (links) aus dem Jahr 1950 und den Indianer Keokuk, Häuptling des Fox Clans der Sauks, als Nussknacker. Mehr als 600 verschiedene Figuren hat das ursprünglich aus dem Erzgebirge stammende Traditionsunternehmen für Galanteriewaren bisher entwickelt.

Quelle: Holger Hollemann

Hohenhameln . Der Papst knackt die Nüsse ebenso gut wie Robin Hood. Aber auch der schwarze Ritter Darth Vader aus dem Kultfilm „Star Wars“ verkauft sich gut. Bei Nussknackerfiguren als beliebtem Weihnachtsschmuck sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Mehr als 600 verschiedene Figuren hat ursprünglich aus dem Erzgebirge stammende Traditionsunternehmen Steinbach Holzgalanteriewarenfabrik in Hohenhameln bisher entwickelt, 150 sind im laufenden Programm.

Das Spektrum reicht von den klassischen Figuren des Königs und seiner Gardeoffiziere über Robin Hood und Micky Maus bis zum Harley-Davidson-Fahrer. „Wir sind der größte Hersteller in Deutschland“, stellt Karla Steinbach fest, die zusammen mit ihrer Tochter Karolin das Unternehmen in sechster und siebter Generation leitet.

600 Modelle in 180 Jahren

Seit 180 Jahren produziert die Familie Steinbach Spielzeug und Nussknackerfiguren aus Holz erst im Erzgebirge, der Urheimat aller Holznussknacker, und nach dem Kriege in Hohenhameln. Dort und im zweiten Werk Marienberg im Erzgebirge, das nach der Wiedervereinigung eröffnet wurde, sind insgesamt 130 Mitarbeiter beschäftigt.

Jährlich werden Hunderttausende von Nussknackern in sechs verschiedenen Größen und Formaten in reiner Handarbeit hergestellt. Eine Figur besteht aus bis zu 150 Teilen und durchläuft in sechs Wochen mehrere Fertigungsbereiche. Drechsler, Schreiner, Maler, Drucker und Schneider sind damit beschäftigt, den Figuren den echten Steinbach-Look zu geben. Ein Renner ist derzeit die Serie „Twelve days of Christmas“. Das ist ein altes angelsächsisches Weihnachtslied, das die Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Januar beschreibt - für jeden Tag ein Traum oder ein Geschenk und damit eine Nussknackerfigur.

Je älter und seltener eine Figur ist, desto wertvoller wird sie für Sammler. Für ein Präsidenten-Dreierpack wurden schon mal 10 000 Dollar gezahlt. Die bisher teuerste Einzelfigur war die des Zauberers Merlin, für die ein Sammler 5000 Dollar hinblätterte fast das zwanzigfache des ursprünglichen Ladenpreises.

Steinbach produziert neben Nussknackern auch noch traditionelle Räuchermännchen, Spieluhren und Weihnachtsbaumschmuck aus Holz. Die Produkte gehen inzwischen in alle Welt. Über Umsatzzahlen gibt das Familienunternehmen nicht bekannt. Das wichtige USA Geschäft litt zuletzt unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Die Aufträge von dort seien etwa um die Hälfte zurückgegangen, noch würde deshalb an beiden Standorten kurzgearbeitet. Doch die Chefin, derzeit auf USA-Tournee, meldet hoffnungsvoll: „Das Geschäft springt wieder an.“

Klaus Sievers

Hintergrund

Volkskunst für Amerika

„Wir haben uns als Marke profiliert und können nur so gegen die Billigkonkurrenz aus China bestehen“, sagt Karla Steinbach, die Chefin der Hohenhamelner Galanterie-Manufaktur. Nussknacker von Steinbach sind individuell gestaltet mit ausdrucksstarken Gesichtern.

Rund 80 Prozent der Produktion gehen bisher in die USA. Dort kommt echtes deutsches Brauchtum immer gut an und dort ist Steinbach fast schon Kult. Es gibt in den USA mehrere tausend professionelle Nussknacker-Sammler, die sich in Clubs organisieren. Karla Steinbach ist jedes Jahr einige Wochen drüben, um sie zu besuchen und Figuren zu signieren.

Mit Blick auf diese Sammlerbewegung werden Figuren häufig in limitierter Auflage herausgebracht, meist in Form von Motiv-Serien. So gibt es Serien mit amerikanischen Präsidenten, großen Indianerhäuptlingen oder zu bekannten Hollywoodfilmen wie „Star Wars“ oder „Zauberer von Oz“. Damit wolle man auch jüngere Käufer locken, sagt Steinbach.

Die Resonanz sei stark, mitunter ungewöhnlich. So meldete sich ein alter Häuptling bei den Steinbachs und bedankte sich, dass man ihn nicht vergessen habe.

dpa

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