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Pianistischer Husarenritt: Pervez Mody im Kultursalon

Hohenhameln-Soßmar Pianistischer Husarenritt: Pervez Mody im Kultursalon

Soßmar . "Was dem Husaren sein Pferd, ist für mich mein Klavier", notierte einst der Komponist Franz Liszt. Ein Sinnspruch, der auch auf den indischen Pianisten Pervez Mody passt. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls während seines Klavierkonzertes in Hummers Kultursalon gewinnen, als er sich mit wahrer Euphorie auf Liszts Rigoletto-Paraphrase stürzte und damit eines der vielen musikalischen Husarenstückes des Abends ablieferte.

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Spielte leidenschaftlich: Pervez Mody.

Quelle: kn

Dabei hatte Mody seinen „Streifzug vom Barock zur Spätromantik“ geradezu brav mit drei eher selten gespielten Sonaten von Domenico Scarlatti begonnen. Keine leichte Aufgabe, Scarlatti, der für das Cembalo komponierte, auf dem Konzertflügel zu spielen. Mody ließ sich nicht verführen, nun quasi das Cembalo imitieren zu wollen, sondern spielte sehr behutsam, improvisierte Verzierungen und interpretierte spannungsreich.

Bei Beethovens sogenannten Sturm-Sonate ließ Mody sein bis dahin zurückgehaltenes Temperament erstmals aufblitzen. Besonders der dritte Satz, im Radio wegen seiner Eingängigkeit dauerpräsent, verfehlte auch im Parkett des Salons seine Wirkung nicht. Mody wuchtete, ziselierte, ließ es rollen und nachklingen, dass es eine Lust ist.

Apropos Lust: Mit musikalischer Wollust widmete sich der Pianist dem russischen Komponisten Alexander Skrjabin, spielte eine Auswahl seiner von Chopin inspirierten Mazurken und Etüden und überließ sich sozusagen dem Kampf mit den musikalischen Elementen. Miniaturen, die er wie aus dem Augenblick heraus meisterte, voll Melancholie, träumerisch - und wenn überschäumend, dann nicht unangemessen temperamentvoll oder gar ordinär brutal.

Überhaupt ist Mody ein Grenzgänger der Dynamik mit einer beachtlichen Ausdruckspalette. Geradezu erschütternd brachte er das „Nocturne für die linke Hand“ herüber, spiegelte die Verzweiflung und Depression des Komponisten, als jener feststellte, dass ihm die rechte Hand nicht mehr gehorchte.

Das Publikum klatschte sich die Hände wund und ließ sich mit Zugaben von Schubert und Chopin belohnen. Ein Husarenritt!

uj

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