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Performance-Ritt durch eine musikalische Phantasiewelt

Hohenhameln Performance-Ritt durch eine musikalische Phantasiewelt

Soßmar. Er ist schon ein musikalischer Tausendsassa, dieser Christoph Reuter. Tuschelten vor seinem Auftritt am Sonntag in Soßmar unter dem Spitzdach in Hummers Kultursalon manche Zuhörer noch über seinen humoristischen Auftritt vom Vorabend in der Alten Stellmacherei in Gadenstedt (PAZ berichtete), präsentierte der Pianist nun seine Liebe zu Komponisten wie Kurt Weill oder Frederic Chopin, aber auch zu Mozart, Beethoven und vor allem Claude Debussy.

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Die „Harfe im Flügel“: Christoph Reuter erzielt ungewöhnliche Klänge dadurch, dass er die Saiten im Flügel mit den Fingern berührt.

Quelle: rb

Ihm fühlt sich der Musiker schon seit der Kindheit verbunden und das spürte das Publikum sogleich. Versunken, mit geschlossenen Augen gab er sich seinem Debussy hin, erweckte in dessen Musik diese geradezu unheimliche Strahlkraft und die lieblichen Farbschattierungen, ließ das Publikum schwelgen - und driftete erstmals urplötzlich in seine improvisatorische Welt ab und wandelte seinen Debussy vom träumerischen Schmusebären zum Performence-Reiter durch die musikalische Phantasiewelt und zurück.

Weills „My Ship“ manövrierte Reuter aus sanftem Fahrwasser in sagenhafte Strömungen. Aus Debussys „Childrens Corner“ schlich er sich weg und feierte mit Edward Grieg „Hochzeitstag auf Trolghausen“.

Dabei bewahrte er den Kompositionen selbstverständlich ihre Würde, wenn er sie in seinen Improvisationen auch mal mehr oder weniger stürmisch wiegte wie ein liebevoller Papa sein Baby.

Und dann endlich! Aus Debussys „Suite Bergamasque“ sollte der Ohrwurm „Claire de Lune“ zu hören sein. „Aber nicht, wie Sie es kennen“, warnte der Musiker sicherheitshalber vor.

Doch das Publikum war auf sanfte und wilde Überraschungen längst eingestellt und teilte mit dem Pianisten die Ausflüge in eine musikalische Welt, die er sich und seinen Zuhörern von einem Moment zum anderen immer wieder aufs Neue zu erschaffen in der Lage ist.

Dabei entwickelt musikalischer Herzschmerz ein ganz besonderes und gänzlich unbekanntes Kribbeln, wenn Reuter unglaublich virtuos die Tasten krault, um gleich wieder mit dieser unvergleichlichen Mischung aus behutsamer Wucht zuzuschlagen.

Analytisches Hören hatte man längst aufgegeben, man ließ sich von der Musik willig treiben, überrollen und war umspült von Reuters in Klang umgesetzten Gedankenflügen.

uj

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