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Nachwirkungen des Hochwassers: Landwirte beklagen Millionen-Schäden

Hohenhameln Nachwirkungen des Hochwassers: Landwirte beklagen Millionen-Schäden

Hohenhameln. Rund zwei Wochen ist das Hochwasser her, vielerorts standen in der Gemeinde Keller, Straßen und Felder unter Wasser. Die Nachwirkungen bei den Landwirten werden erst jetzt wirklich deutlich: Viele Pflanzen standen tagelang unter Wasser und ertranken regelrecht. Die Landwirte in der Region müssen zahlreiche Felder neu bestellen – und rechnen insgesamt mit Schäden in Millionenhöhe.

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Land unter – das galt vielerorts in der Gemeinde.

Quelle: sur

„Aus Richtung Clauen, Hohenhameln und Bierbergen kam das ganze Wasser zu uns und lief in den Bruchgraben“, schildert der Soßmarer Landwirt Heinrich Reßmeyer. „Der war dann irgendwann voll, das Wasser hat sich zurückgestaut und alles ist übergelaufen. Die 100 Millimeter Niederschlag konnten die Gräben nicht aufnehmen.“ Reßmeyer, der Mais für die Biogasanlage Harber anbaut, kritisiert auch den Hochwasserschutz der Gemeinde Hohenhameln. „Das sind noch immer die Gräben von vor 100 Jahren. Gleichzeitig sind viel mehr Flächen durch Wohnbebauung oder Gewerbegebiete versiegelt. Die Gräben müssten eigentlich größer und breiter werden.“ Es trage zwar niemand die alleinige Schuld, doch: „Wir brauchen mehr Regenrückhaltebecken. Ich kann mich nicht dran erinnern, dass das Wasser jemals so hoch bei uns stand. Mein Mais zum Beispiel stand mehrere Tage rund 15 Zentimeter komplett unter Wasser und ist ertrunken.“ Das Feld musste der Landwirt daher komplett neu bewirtschaften.

Zum Opfer fiel dem Wasser auch eine Fläche mit Kartoffeln des harberschen Landwirts Carsten Bartels. „Das Regenrückhaltebecken hier ist schnell übergelaufen. Gleichzeitig war in den Hohenhamelner Rotten noch jede Menge Stauraum frei. Da hat die Gemeinde etwas in ihren Planungen versäumt“, moniert er. „Einige Flächen sind regelrecht abgesoffen. Da ist in der Region sicherlich Millionen-Schaden entstanden.“ Er hoffe, dass besonders an den Hohenhamelner Rotten etwas passiert, „damit das Wasser nicht mehr in einem nach Harber runterläuft. Das muss die Gemeinde besser machen.“

Den Hochwasserschutz nimmt auch Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) sehr ernst: „Wir werden uns mit der Feuerwehr und dem Wasserverband zusammensetzen und prüfen, woran die Überschwemmungen lagen und was wir langfristig tun können.“ Das Wasser schlicht weg zu leiten, sei dafür keine Lösung: „Dann leiten wir die Probleme zum Beispiel nur in Richtung Algermissen oder Groß Lobke weiter.“ Fehlender Hochwasserschutz sei zudem nicht alleiniger Auslöser für die Überschwemmungen gewesen, unterstreicht der Verwaltungschef: „Man muss auch sehen: Es hat nunmal einfach tagelang sehr stark geregnet.“

js

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