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Musikalische Juwelen bot das Hammerstein-Trio in Soßmar

Soßmar Musikalische Juwelen bot das Hammerstein-Trio in Soßmar

Soßmar. Und plötzlich spürte man sie wieder, die Wurzeln, die Aufbruchstimmung, die Lust am Klang, das hehre Ziel von Hummers Kultursalon - jenem als Hort musikalisch-internationaler Verständigung unter jungen Tonkünstlern von Gerhard Hummer in Privatinitiative konzipiertem Spitzboden-Konzertsaal mit der erstaunlichen Akustik.

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Musikalische Juwelen: Das Hammerstein-Trio bei seinem Auftritt in Soßmar.

Quelle: Ulrich Jaschek

Diesmal musizierten die Hongkongerin Gigi Ip (Klavier), der Spanier Antonio Roig Tarròs (Cello) und die Hamburgerin Anite Stroh (Geige) als Hammerstein-Trio und ließen Juwelen ihres durchaus reichhaltigen Repertoires erstrahlen. Joseph Haydns Klaviertrio C-Dur beispielsweise - und dies mit einer geradezu unglaublichen Brillanz, Schwungkraft und einer Lust am Klang, die sie mit wahrem Enthusiasmus und ohne den geringsten Anflug von Routine unter das Spitzbodendach wirbelten oder - speziell im zweiten Satz - sanft ins Parkett gleiten ließen. Nun ist das Trio, das sich beim Studium in der Musikhochschule Hannover kennen- und schätzen lernte, seit seiner Gründung vor drei Jahren inzwischen erfolgsverwöhnt, mehrfach preisgekrönt und musiziert offenbar immer noch, weil es will, nicht weil es muss.

Und es scheut sich nicht, sein Publikum auch herauszufordern. Mit Michael Obsts „Nachklang“ etwa, einer atonalen musikalischen Reflexion und Verneigung vor Dmitri Schostakowitsch und seinem Klaviertrio Nr. 2. Einem Klanggemälde, das an hektische Ausschläge auf einem Oszillografen erinnert, mal Düsternis mit Rätselhaftigkeit kombiniert und gelegentlich ins Sphärische abhebt.

Obwohl sich das Publikum beeindruckt zeigte, war ihm die Dankbarkeit nach der Pause anzumerken, als die Hammersteiner Robert Schumanns Klavier-Trio Nr. 1 d-moll op 63 präsentierten.

Ein Werk, wie geschaffen für Anite Strohs Lorenzo-Ventapane-Violine von 1806, aus dem Besitz der „Deutschen Stiftung Musikleben“ die sie seit 2011 als Preisträgerin zu spielen die Ehre hat. Wie genussvoll sie den Bogen ansetzt, ihn leidenschaftlich fühlt und führt; das Notenblatt würdigt sie, ebenso wie Kollegin Ip am Klavier nur gelegentlich mit einem Blick.

Letztere scheint sich an Hummers 120 Jahre altem Blüthner-Flügel klanglich zu berauschen, völlig rätselhaft übrigens, wie sie trotz ihrer besorgniserregend hohen High-Heels die Pedale beherrscht.

Und Cellist Tarròs versinkt zuweilen schwer atmend vor Hingabe an seinem Instrument (nicht nur) in der Wucht des ersten Satzes. Wie mit Wattebäuschchen tupfen Cellist und Geigerin den innigen dritten Satz um im Finalsatz dann die Musik wie Flammen aus den Instrumenten aufzucken zu lassen, während Hummer mit milder Besorgnis Ips Tastenarbeit an seinem Flügel beobachtet. Musikalische Aufbruchstimmung und Lust am Klang! Ein Konzert-Ereignis von bleibendem Wert!

Von Ulrich Jaschek

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