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Mit dem Kindergartenbus unterwegs durch die Gemeinde

Hohenhameln Mit dem Kindergartenbus unterwegs durch die Gemeinde

Hohenhameln. "Seht mal, die Kinder in der Drachengruppe essen schon zu Mittag", sagt Busfahrer Kurt Dolatka. Langsam lenkt er den Bus von der Haltestelle am Kindergarten "Klein Lummerland" in Hohenhameln fort und passiert dabei die Fenster, hinter denen die Krippenkinder gerade gefüttert werden. Seine Fahrgäste sind nicht sehr viel älter, aber sie sind für heute mit dem Kindergarten fertig und winken den Kleinsten fröhlich zu.

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Die Kinder fahren gerne mit dem Bus zum Kindergarten und werden dabei von Karin Dolatka gut betreut.

Wenn Dolatka sich aufs Fahren konzentriert, kann er nicht auch noch auf die Kinder achtgeben und schauen, dass sie auf ihren Sitzen bleiben und einander nicht ärgern. Deshalb fährt immer eine Begleitung mit, die den Kindern beim Ein- und Aussteigen hilft und auch mal tröstet. Bis vor Kurzem noch hat Wally Dierschke dieses wichtige Amt versehen, aber aus gesundheitlichen Gründen hat die 77-Jährige jetzt den Dienst quittiert (PAZ berichtete).

Vorübergehend ist Dolatkas Frau Karin in die Bresche gesprungen. Sie hat selber drei Jungen großgezogen und kann sich gut vorstellen, die Betreuung fest zu übernehmen. „Das macht sie nur, damit sie mich besser unter Kontrolle hat“, sagt Kurt Dolatka mit einem Augenzwinkern.

Seine Frau setzt sich derweil neben den kleinen Timo, denn der ist noch neu und muss sich erst eingewöhnen. Als der fünfjährige Jakob einsteigen möchte, legt der Busfahrer auch mit Hand an, denn der Junge hat sich beim Skilaufen ein Bein gebrochen und wird nun vorsichtig mit seinem Gipsbein in den Bus gehievt.

Die Verantwortung von Busfahrer und Begleiterin geht aber über die Betreuung während dar Fahrt hinaus. So wissen sie genau, welcher ihrer drei- bis sechsjährigen Passagiere wohin gehört und vor allem, wer ihn oder sie von der Haltestelle abholen darf. „Wenn die Eltern nicht da sind oder nur jemand, der uns nicht bekannt ist oder vorher angekündigt wurde, lassen wir das Kind nicht aussteigen, sondern nehmen es mit zurück zum Kindergarten“, erklärt Dolatka.

Bei so viel Fürsorge fühlen sich die kleinen Fahrgäste sichtlich wohl. „Ich find’s toll, mit dem Bus zu fahren, da kann ich immer meine Freunde treffen“, sagt die fünfjährige Pia. Doch momentan sind Fahrgäste rar, die Erkältungswelle hat die Kinderzahlen merklich ausgedünnt.

Pia stört das nicht, sie hat sich aus einem Holzstab und einem Wollfaden eine Angel gebastelt und zählt auf, was sie damit alles auf dem Vordersitz angeln kann: Haie, Kugelfische, Makrelen und Heringe - Fantasie und Fachkenntnisse der Fünfjährigen sind verblüffend.

„Das macht viel Spaß“, sagt Karin Dolatka über ihren Aushilfsjob. Manchmal ist es aber auch anstrengend, wenn die neuen Kinder sich tränenreich von ihren Eltern verabschieden. „Das hört meistens sofort auf, wenn Mama oder Papa außer Sicht sind, aber die Eltern glauben das oft nicht“, sagt sie. Bisweilen muss sie sich auch einmal zwischen zwei Streithähne setzen. „Aber meistens sind die Kinder lieb, erzählen etwas - oder wir halten am Fenster Ausschau nach Rehen, Hasen und anderen Tieren.“

hui

Hohenhamelner Kindergartenbus

Als einzige Gemeinde im Landkreis Peine bietet Hohenhameln schon seit 1981 seinen Bürgern diesen Bus-Service an, mit dem die Kinder morgens in den verschiedenen Dörfern eingesammelt und dann auf ihre jeweiligen Kindergärten verteilt werden. Mittags geht es dann wieder zurück nach Hause.

Das Busangebot will die Gemeinde Hohenhameln aufrecht erhalten. Allerdings kommen auf die Kinder einige Änderungen zu, denn Kurt Dolatka wird nach 17 Jahren als Kindergartenbus-Pilot Ende des Jahres in Rente gehen.

Auch der Bus, seit 23 Jahren im Dienst in Hohenhameln und damals schon gebraucht gekauft, wird ersetzt. Die Ausfälle durch Reparaturen an dem prinzipiell gut gepflegten Gefährt wurden mit der Zeit zu häufig, die Reparaturkosten zu hoch.

Einen neuen – ebenfalls gebrauchten – Bus haben Vertreter der Gemeinde zusammen mit Dolatka bereits besichtigt und geordert. Er wird ab Mai seine Runden durch  die engen Gässchen der Dörfer ziehen.

hui

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