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Messerattacke gegen Arzt

Hohenhameln Messerattacke gegen Arzt

Hohenhameln. Weil er seinen Arzt mit einem Messer attackiert hatte, musste sich ein 64-jähriger Mann aus Hohenhameln gestern vor dem Amtsgericht in Peine verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann schwere Körperverletzung vor. Der Arzt jedoch hatte zuvor eine Anzeige wegen versuchten Mordes gestellt.

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Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals: Bei einem Hausbesuch ging ein Hohenhamelner mit einem Messer auf seinen Urologen los. Der Fall wird derzeit vor dem Amtsgericht Peine verhandelt.

Quelle: dpa

Auch während der Zeugenvernehmung vor Gericht war der Mediziner weiter davon überzeugt, dass der Angeklagte ihn nur nicht richtig getroffen habe.

Im September des vergangenen Jahres rief der Angeklagte seinen Arzt - einen Urologen - zu sich nach Hause, da er unter unerträglichen Schmerzen litt. Der Arzt kam, untersuchte seinen Patienten, konnte aber nicht feststellen, welche Auslöser für die Schmerzen verantwortlich sind. Daraufhin verabschiedete er sich von seinem Patienten, drehte dem im Bett liegenden Mann den Rücken zu und war im Begriff den Raum zu verlassen.

Plötzlich verspürte er einen stechenden Schmerz am Gesäß, drehte sich um und sah ein verbogenes Obstmesser vor sich auf dem Fußboden, berichtete der Arzt im Zeugenstand. Ihm gegenüber stand nun der Patient und machte nach Aussage des Arztes „ein erstarrtes Gesicht“.

Der Messerattacke ging eine jahrelange schmerzhafte Erkrankung des Angeklagten voraus. Schon seit mehr als einem Jahr war er bei besagtem Arzt in Behandlung, ohne dass sich nach Aussage des Angeklagten etwas an seinem Gesundheitszustand verbesserte. Eher im Gegenteil.

„Er brachte mir keine Linderung und hat mich zudem auch noch diskriminiert und verhöhnt. Als der Arzt am Tattag ging, sagte er zu mir: ‚Sie können jetzt noch schön im Bett liegen, und ich muss zur Arbeit‘“, sagte der Angeklagte aus. Der Arzt bestritt diese Äußerung allerdings.

Daraufhin seien ihm die Sicherungen durchgebrannt, so der Angeklagte. Auch zuvor sei es schon zu sehr schmerzhaften und mit übermäßiger Gewalt gesetzten Kathetern gekommen, berichtete der Angeklagte weiter.

Nach der Attacke auf den Urologen, der den Tatort bereits verlassen hatte, richtete der Angeklagte ein Messer gegen sich selbst und wurde daraufhin vom inzwischen gerufenen Hausarzt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Gericht und Staatsanwaltschaft einigten sich im Verfahren darauf, dass nun zunächst die Akten der stationären Unterbringung gesichtet werden sollen. So soll mehr über den psychischen Zustand des Angeklagten in Erfahrung gebracht werden. Es ist möglich, dass er zum Zeitpunkt der Tat aufgrund seiner Schmerzgeschichte nicht schuldfähig war. Das Verfahren wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

bol

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