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Mehrums Dorfbäcker schließt seinen Laden

Mehrum Mehrums Dorfbäcker schließt seinen Laden

Mehrum. Die Dorfbäckerei Klöpper in Mehrum ist geschlossen. Aus gesundheitlichen Gründen musste Inhaber Jens Klöpper sein Geschäft aufgeben. „Es ging einfach nicht mehr“, sagt er. Bäckerasthma und Mehlstauballergie machten dem Bäcker aus Leidenschaft einen Strich durch die Rechnung - er ist berufsunfähig.

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Die Regale sind leer, die Bäckerschürze hat Jens Klöpper in den Schrank gehängt. Der Mehrumer Bäckermeister hat sein Geschäft aus gesundheitlichen Gründen geschlossen.

Quelle: js

In der Stimme von Jens Klöpper schwingt Wehmut mit, aber auch Erleichterung, wenn er über die Schließung seiner Dorfbäckerei spricht. Vor vier Jahren erhielt er die Diagnose, die der 44-Jährige schon lange vermutet hatte: Bäckerasthma, Mehlstauballergie. „Seit ich selbständig war, wurde es immer schlimmer. Wenn das Mehl auf die Haut traf, hat es unendlich gejuckt, ich hatte immer einen Niesreiz“, sagt Klöpper, der aber keineswegs verbittert ist. Dabei würde es ihm wohl niemand übel nehmen. Denn sein Leben lang stand eines für den Mehrumer fest: „Ich habe immer gesagt: Ich werde Bäcker.“

Schon seine Kindheit hat Klöpper zu großen Teilen in der Bäckerei verbracht, die zuvor seinem Vater Albert gehörte. „Die Babyschaukel, in der ich oft saß, stand in der Backstube zwischen Brötchenpresse und Zimtschnecken. Und wenn ich dann mal gequengelt habe, gab’s etwas Anschwung mit dem Brotschieber“, erzählt Klöpper. Auch die Ausbildung machte er in der Bäckerei, die er am 1. April 1997 letztlich übernahm.

„Ich habe meinen Beruf immer mit großer Leidenschaft gemacht“, sagt er. „So eine Handwerksbäckerei zu betreiben, einen Ein-Mann-Betrieb in der Backstube, das hat mir immer viel Spaß gemacht. Es waren 16 interessante, tolle, aber natürlich auch harte Jahre.“ Für seinen Traum war Klöpper fast täglich mehr als zwölf Stunden im Laden, bereitete die wenigen Zutaten vor, die er in seinen natürlich gebackenen Waren verarbeitete, gab dem Teig dann selbst die Form. „Es war mir eben immer eine Herzensangelegenheit, von Hand zu backen“, sagt er.

Jetzt geht die Gesundheit vor. Als klar war, dass er die Bäckerei aufgeben muss, sei das am Anfang gar nicht so schlimm gewesen, verrät der Bäckermeister. „In letzter Zeit ist mir aber auch immer mehr bewusst geworden, was der Dorfbäcker vielen Kunden bedeutet hat. Da standen zum Teil Menschen weinend vor mir, als sie davon erfahren haben. Die Anteilnahme hat mir viel bedeutet.“ Auch die Mitarbeiter seien ihm sehr ans Herz gewachsen. „Ich hätte mir kein besseres Team wünschen können.“ Am Ende sei es ein schöner, emotionaler Abschluss gewesen. „Als dann endgültig Schluss war, war ich aber vor allem erleichtert. Es ist eine so große Last von mir abgefallen, so viele Bedenken. Ich war körperlich einfach am Ende.“

Wenn Klöpper in die Zukunft schaut, ist der verheiratete Familienvater voller Vorfreude: Mit der Gesundheit dürfte es ohne die stete Belastung bergauf gehen, außerdem habe er jetzt mehr Zeit für die vierjährige Tochter. „Natürlich ist das erst mal ungewohnt, nicht mehr um Mitternacht aufstehen zu müssen, aber es ist auch ein gutes Gefühl. Mal schauen, was die Zukunft beruflich bringt.“ Auch was aus seinem Laden wird, stehe noch in den Sternen - dass es wieder ein Bäcker wird, ist aber wahrscheinlich. „Das würde ich mir zumindest wünschen. Es gibt bereits Interessenten“, sagt der 44-Jährige.

Und welche Backwaren lässt sich der Bäckermeister privat schmecken, wenn er nicht mehr selbst am Ofen steht? Mit der Frage konfrontiert, lacht Klöpper. „Ich habe noch viel selbst gebackenes Brot für mich und die Familie eingefroren. Und etwa 200 Brötchen. Das sollte erst mal ein paar Tage reichen.“

js

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