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Mehrum: "Das Windrad muss weg"

Mehrum Mehrum: "Das Windrad muss weg"

Mehrum. Das Windrad am Kakenberg in Mehrum ist zu laut - das finden zumindest viele Anwohner. Auch der Ortsrat will sich dafür einsetzen, dass die Anlage wieder abgebaut wird. Laut einem Gutachten wird der Grenzwert allerdings eingehalten.

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Blick von der Straße „Am Kakenberg“ nach Süden: Das rechte Windrad ist höchstens 700 Meter von Mehrum entfernt.

Quelle: sur

Friedrich Wilhelm Fratzscher nennt das Windrad nur noch „Wind-Krach-Anlage“. Seit Ende 2011 steht es in der Feldmark südlich von Mehrum, höchstens 700 Meter vom nächsten Haus entfernt. Auch Fratzscher kann es von seinem Haus aus sehen und hören.

„Man kann nachts die Fenster nicht mehr offen lassen“, sagt er. Von Bekannten weiß der Mehrumer zudem: „Man hört das Windrad bis hinten zur Triftstraße“. Auch Schwicheldter Bürger seien betroffen, wenn der Wind entsprechen steht: „Der Krach ist allgegenwärtig.“

Wie laut das Windrad tatsächlich ist, hat ein Gutachter im Auftrag des Landkreises Peine nachgemessen: 39,9 Dezibel (dbA) lautete das Ergebnis. Das ist gerade noch im Bereich des erlaubten, für Windräder gilt nachts ein Grenzwert von 40 dbA, weiß Jörg Hahn vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Peine.

Die Anwohner könne er verstehen, sagt Hahn: „Wenn man vorher nichts gehört hat und plötzlich sind da Geräusche, ist das natürlich störend. Wenn man etwas nicht hören will, nimmt man es außerdem umso lauter war - das ist ein psychologischer Effekt.“ Trotzdem: Der Grenzwert werde eingehalten - und „wer an der Autobahn wohnt oder in der Stadt, muss auch Geräusche ertragen“, sagt Hahn.

Fratzscher dagegen kritisiert das Gutachten - es sei falsch gemessen worden, meint er. „Der Abstand wurde nicht eingehalten, der Schall muss sich ausbreiten können.“ Und er äußert den Verdacht, dass es sich um ein Gefälligkeitsgutachten für den Windrad-Betreiber handelt. Hahn widerspricht: „Die Leute, die diese Messungen durchführen, sind vereidigte Sachverständige - was die sagen, das stimmt auch“, sagt er. „Und wenn herausgekommen wäre, dass das Windrad zu laut wäre, dann würden wir bestimmte Auflagen erteilen zur Leistungsverminderung“ - das Windrad würde dann also gedrosselt, damit es leiser ist.

Fratzscher wäre es am liebsten, das Windrad würde komplett abgebaut. Nicht nur der Lärm stört ihn, sondern auch die Blinklichter an den Windrädern: „Dadurch gleicht Mehrum nachts einem Flughafen“, sagt er. Und ob man den Lärm hören könne oder nicht - Fratzscher ist überzeugt, dass die Schallwellen Kopfschmerzen auslösen könnten und bei empfindlichen Menschen sogar Herzrhytmusstörungen. „Das Windrad muss weg“, sagt er. „Die Belästigung der Bürger ist dermaßen stark, dass das moralisch nicht zu verantworten ist.“

Auch der Ortsrat von Mehrum setzt sich dafür ein, dass das Windrad wieder abgebaut wird. „Bevor uns das nicht zugesichert wird, werden wir keinen neuen Windrädern im Norden von Mehrum zustimmen“, sagt Ortsbürgermeister Jens Böker (SPD). Damit haben die Ortspolitiker ein Druckmittel in der Hand - denn im Norden des Dorfes, jenseits des Mehrumer Industriegebiets, wäre Platz für etliche Windräder, die niemanden stören würden. Böker vermutet, dass es sich für Investoren sogar lohnen könnte, das Windrad am Kakenberg aufzukaufen und abzubauen - nur um dadurch die Erlaubnis zu bekommen, im Norden mehrere neue Anlagen zu errichten. „Wir führen darüber gerade Gespräche“, sagt der Ortsbürgermeister.

sur

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