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Kunst aus der Nähmaschine

Bierbergen/Clauen Kunst aus der Nähmaschine

Bierbergen/Clauen. Nicht immer entstehen Bilder mit Pinsel und Farbe - auch mit Nadel und Faden lassen sich echte Kunstwerke schaffen, wie Ursel Kiesewalter beweist. Die Patchwork-Künstlerin aus Clauen hat nächste Woche ihre erste Ausstellung - gemeinsam mit der befreundeten Malerin Anette Gebauer aus Bierbergen.

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Hier entsteht Patchwork-Kunst: Ursel Kiesewalter im Atelier in Clauen.

Quelle: sur

Kiesewalters Atelier sieht aus wie ein Nähmaschinen-Museum: Sechs unterschiedliche Modelle stehen auf einem langen Tisch, darunter sowohl Erbstücke als auch Maschinen, die die Künstlerin selbst gekauft hat. Aber nicht Nostalgie ist der Grund für die Sammlung, sondern ein ganz praktisches Problem: „Ich bin es leid, ständig die Fäden zu wechseln“, sagt Kiesewalter.

Zum Glück ist unter dem Dach ihres Hauses in Clauen genug Platz. Den braucht die Künstlerin nicht nur für ihre Werkzeuge, sondern auch für kiloweise Stoff, der sich in den Schränken stapelt, und für die fertigen Patchwork-Bilder. Mittlerweile dürften es hunderte sein.

Schon als Kind wollte Kiesewalter Schneiderin werden. Mit 15 nähte sie sich selbst ein Kleid, „darauf war ich unglaublich stolz“, erzählt sie. Mit der Schneiderlehre wurde es aber nichts: „Meine Mutter sagte: ‚Kommt überhaupt nicht im Frage! Bei dem, was du im Kopf hast, ist das Verschwendung.‘ Und hat mich auf die Handelsschule geschickt.“

Das Nähen blieb Kiesewalters großes Hobby. Sie kleidete ihre beiden Kinder ein, nähte Jeans und Pullover. Bis sie bei einer Weihnachts-Ausstellung in Lübeck eine Patchwork-Decke entdeckte - und dachte: „Wenn du mal Rentnerin bist, machst du das auch!“ Bis zum Ruhestand wartete sie dann doch nicht. Heute ist Kiesewalter 72 Jahre alt, und seit etwa 20 Jahren näht sie Kunstwerke aus den unterschiedlichsten Stoffen - aus alten Blusen und Gardinen, aus Polsterstoffen und Seide. Auch alte Bettwäsche verarbeitet die Künstlerin - und färbt sie von Hand neu ein. Unzählige bunte Stoffstücke näht sie dann zu einem großen Patchwork-Kunstwerk zusammen und zieht sie auf Keilrahmen. Meist entstehen dabei abstrakte, geometrische Bilder. Öffentlich gezeigt hat Kiesewalter ihre Werke noch nie - bis jetzt. Nächste Woche hat sie gemeinsam mit Anette Gebauer ihre erste Ausstellung.

sur

Autodidaktin malt Blumen und Landschaften

Bierbergen. Vasen voller Sonnenblumen, Mohn oder Kornblumen, Wälder und Flüsse bringt Anette Gebauer möglichst detailgetreu auf die Leinwand. „Alles, was Natur ist, hat es mir angetan“, sagt die Bierbergerin. „Und ich versuche, so natürlich wie möglich zu malen.“

Gelernt oder gar studiert hat sie das nie: „Ich bin Autodidaktin“, betont sie. Nicht einmal in der Schule hatte Gebauer Malunterricht – aus Mangel an Papier zu Kriegszeiten. Doch schon als Kind malte und zeichnete sie, wann immer sie ein Blatt zwischen die Finger bekam.

„1959 habe ich dann meine ersten Ölfarben geschenkt bekommen“, erzählt Gebauer. Das erste Bild, das sie damit zu Papier brachte, stellt sie nächste Woche im Kunsttreff aus (siehe Kasten), ebenso wie ein Gemälde der Bierberger Dorfkirche. Aber nicht nur Ölbilder sind zu sehen, sondern auch Aquarelle und Seidenmalerei: „Die ist besonders schwierig, weil die Farbe auf der Seide so schnell verläuft“, erklärt die Künstlerin.

Manchmal nimmt sie Fotos als Vorlage oder Bilder anderer Künstler wie Macke oder Spitzweg. Aber meist braucht sie nicht einmal eine Skizze: „Die Bilder entstehen im Kopf, während ich male.“

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Zwei Stile, eine Ausstellung

Im Kirchenchor haben sich die beiden Künstlerinnen kennengelernt – und haben schnell gemerkt, dass sie ein ähnliches Hobby haben. Als Ursel Kiesewalter zum ersten Mal Anette Gebauer ihre Kunstwerke zeigte, fragte diese halb im Scherz: „Wollen wir zusammen eine Ausstellung machen?“ Aus der fixen Idee wird nächste Woche Ernst: Im Kunsttreff in Abbensen (Neue Straße 13) zeigen die beiden ihre Werke. „Stoffe und Bilder“ heißt die Ausstellung, in der zwei völlig unterschiedliche Stile zu sehen sind: Die abstrakte Patchwork-Kunst der Clauenerin trifft auf die detailgetreue Malerei aus Bierbergen. Am Montag, 10. Dezember, um 15 Uhr wird die Ausstellung eröffnet, danach sind die Werke von Dienstag bis Sonntag, 11. bis 16. Dezember, täglich von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Die Künstlerinnen sind während der Öffnungszeiten anwesend.

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