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Jazz-Geschichten in Bründelner Backstube

Ausstellung in Clauen Jazz-Geschichten in Bründelner Backstube

Bill Ware hat sich einquartiert beim Bründelner Jazz-Maler Jürgen Born. Bill Ware ist Vibrafonist, kommt aus New Jersey in den USA und steht als Ölbild zu drei Vierteln fertig auf der Staffelei des 54-Jährigen: Großflächig, farbkräftig wie die Musik, die der Amerikaner macht. Jazz ist sein Leben, das von Jürgen Born auch – aber gemalt, nicht gespielt.

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Jürgen Born in seinem Atelier in der alten Bründelner Backstube: Sein aktuelles Werk zeigt Bill Ware, einen Jazz-Vibrafonisten aus New Jersey/ USA. Born hörte ihn im Jazz-Club Hannover.

Quelle: cb

Hohenhameln-Bründeln. Jürgen Born, Bründelner Maler, der die Leidenschaft der Jazz-Musik auf der Leinwand sichtbar macht, ist umgezogen: Zwar hat er sein Atelier immer noch im 155-Einwohner-Dorf Bründeln, aber ein paar Häuser weiter als bisher. Born malt in der Backstube der ehemaligen Bio-Bäckerei Triangel, die ihren Betrieb aufgegeben hat.

„Meine Kreativität strömt nur so in diesen neuen, lichtdurchfluteten Räumen“, sagt Born. Im Februar 2010 stellt er in der Clauener Kirche aus, sein neuer Kalender mit großformatigen Drucken seiner Werke ist gerade fertig geworden. In Clauen sind Pit Müller und Jazzband mit von der Partie, Müller hatte die Idee zu der Ausstellung.

Die Wucht der bornschen Farben steht in scharfem Kontrast zu den weißen Kacheln der Backstube. Ein kleiner Ofen verbreitet Holzfeuer-Wärme, in der Sofaecke liegt ein Saxofon, auf der Staffelei steht das Bild von Bill Ware. „Ich habe ihn im Jazz-Club Hannover getroffen“, erzählt Born. „Ich machte dort die Kasse, Ware kam und fragte, ob ich ein paar seiner CDs verkaufen könnte – mir hat er eine geschenkt, was bei diesen Künstlern schon eine große Ausnahme ist. Jetzt male ich ihn.“

Borns Bilder sind voller Dynamik. Er fängt die Spielszenen ein, setzt sie zu einem Bild zusammen, verdichtet verschiedene Augenblicke zu einem. Bill Ware bekommt noch einen dritten Kopf, eine Hand fehlt noch, die Klöppel für das Vibrafonspiel sind bislang nur angedeutet. „Jedes Bild entwickelt sich, während ich spachtele“, erzählt der 54-Jährige, der seit sieben Jahren in Bründeln lebt. Diese Spachteltechnik, die er dem Pinselstrich vorzieht, verleiht jedem Bild eine eigene Tiefe und Struktur, die Figuren scheinen auf den Betrachter zuzukommen. Gegenständlich fast und doch wieder nicht.

Früher, als Born anfing zu malen und zu spachteln, hatte er sich Fotografien von Jazz-Künstlern aus Zeitschriften vorgenommen und sie in seine Blickweise übertragen. „Das mache ich nicht mehr“, sagt er, „der Blick des Fotografen legte mich zu sehr fest, ich musste hart arbeiten, um davon wegzukommen und mein Werk zu entwickeln.“ Jetzt fotografiert er selbst, schafft damit die Rohvorlage für seine Bilder, die ähnlich und doch ganz anders als das Foto werden. „Mit dem selbst gemachten Foto erinnere ich mich an die gehörte Musik, setzte sie in Farben um und erst ganz zum Schluss kommt die Figur ins Bild hinein.“

Porträtmalerei, Born liefert pro Jahr vier bis fünf solcher Auftragsarbeiten ab, gestaltet sich als schwierig: „Wenn die zu Porträtierenden schon gestorben sind, fehlt mir der leichte Zugang zur Person“, erzählt er, „es fehlt mir die Musik.“ Mit Jazz im Hintergrund geht’s halt besser. Born muss die Musik fühlen.

Jürgen Borns Kunstdruck-Jazzkalender „Jazz Colours 2010“ kostet 25 Euro zuzüglich Versandkosten. Er hat die Größe Din-A2, ist auf Premium-Papier gedruckt und kann bestellt werden per E-Mail unter: info@artis-kunstagentur.de oder Telefon: 0511/ 1699575.

Hintergrund

Maler des Jazz

Jürgen Born, Jahrgang 1955, ehemaliger Diskjockey und leidenschaftlicher Tänzer, lebt seit 20 Jahren sein Faible für die „Blue Notes“ und die Geschichten, die sie erzählen, in der Malerei aus. Seit sieben Jahren wohnt er mit Frau und Tochter in Bründeln.

In seinen expressiven Öl-Bildern finden sich legendäre Altmeister als auch aktuelle Größen des Genres Jazz wieder und verschmelzen zu einem Nebeneinander-Miteinander aus Farben und Bewegung. Eines haben alle seine Werke gemein: Man hat das Gefühl, sie hören zu können.

Mit seinen farbintensiven Arbeiten hat es Born zu einigem Renommee gebracht. Neben zahlreichen Ausstellungen, zuletzt in dem von Udo Lindenberg gegründeten Rock- und Pop-Museum Gronau, in der Halle der Künste in Hamburg zieren seine Motive seit Jahren Festivalplakate, Fachzeitschriften und den viel beachteten Kunstkalender „Jazz Colours“.

Im kommenden Frühjahr stellt Born im Rathaus in Hannover aus und präsentiert im Juli seine Arbeiten in Greifswald, gemeinsam mit neun anderen Malern dieser Stilrichtung. Mittlerweile malt er nur noch Jazz-Künstler, die er im Konzert gesehen hat – erst dann kann er mit ihnen fühlen und dieses klingende Gefühl auch auf die Leinwand bringen: „Wenn das dann der Betrachter hört und empfindet, weiß ich, dass meine Arbeit erfolgreich war.“

de

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