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In Bründeln auf den Spuren Sokrates

Hohenhamlen-Bründeln In Bründeln auf den Spuren Sokrates

Bründeln. Philosophieren? Puh, das klingt anstrengend und langweilig. Ist es aber ganz und gar nicht, sagt Kirsten Josel. Gemeinsam mit der Bründelnerin Friederike Kirgis organisiert sie das Philosophische Landgespräch, bei dem interessierte Frauen frei nach Sokrates das Philosophieren erproben können. Und das ist wirklich spannender, als es zunächst klingt.

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Die Gastgeberin des philosophischen Landgespräches, Friederike Kirgis (links), und Organisatorin Kirsten Josel.

Quelle: oh

„In der Schule bekommt man beigebracht, Dinge auf den Punkt zu bringen, Wissen zu stapeln“, sagt Josel. „Wir bekommen die Vorstellung vermittelt, wir wüssten noch nicht genug. Recht hat dann womöglich der Lauteste, der mit der Deutungshoheit, der mit dem Titel.“

Mithilfe des Sokratischen Gespräches werde ein anderer Ansatz gewählt, sich einem Thema zu nähern. Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Oder wie Josel es sagt: „Wer fragen kann, hat schon einen Teil der Antwort.“

Bereits zwei Mal fand das Philosophische Landgespräch in Bründeln statt. Die jüngste Teilnehmerin ist 18, die älteste Mitte 70. Zwischen acht und zwölf Frauen seien die Idealzahl, sagt Josel. Beim letzten Mal waren es sechs. „Es ist ein Programm für wenige, das wir machen.“

Die Frauen diskutieren nicht, es ist ein Diskurs. Mal sei der ganz ernst, mal lustig, „aber immer bunt und lebendig“. Wer sich profilieren wolle, der sei bei einem Sokratischen Gespräch falsch. Es gehe nicht um Besserwissertum. „Am Anfang gibt es meist eine Hemmschwelle“, erklärt Josel. „Man hat Angst, mit Antworten vermeintlich dumm zu wirken.“ Aber gerade unterschiedliche Sichtweisen seien eine Bereicherung. Mit diesem Wissen wachse die Sicherheit der Teilnehmerinnen. „Der Ansatz ist, dass in den Menschen alles steckt, wir uns aber nicht entfalten. Das braucht natürlich ein bisschen Zeit.“ Der Bildungshintergrund der Teilnehmerinnen sei egal, akademische Titel alles andere als notwendig. „Es ist nur wichtig, dass man sich auf das Gespräch einlässt.“

Worüber gesprochen wird, entscheiden die Teilnehmerinnen vorab. „Die Themen sind sehr zeitgemäß“, sagt Josel. Am Anfang gibt sie Impulse, moderiert das rund zwei- bis dreistündige Gespräch. Aber nicht im klassischen Sinne, die Gedanken sollen fließen. „Reflexion“, also die intellektuelle Arbeit, das Nachdenken, „die ist ein wichtiger Teil der Treffen. Die Selbstreflexion passiert von selbst.“ Und zwischendurch gibt es Kaffee und Kuchen.

Ein abschließendes Ergebnis gibt es am Ende der Treffen übrigens nicht. „Es gibt nicht mal zwangsläufig einen Konsens. Man geht mit einer Frage in das Gespräch rein, mit vielen kommt man wieder raus“, sagt Josel. „Wir gehen mit bestimmten Überzeugungen ins Gespräch und gehen später mit dem Gedanken nach Hause, dass die so nicht mehr uneingeschränkt gültig sind.“ Das sei nicht für jeden etwas. „Das Wissen darum macht manchmal unsicher.“ Muss es aber nicht. Der Weg ist schließlich das Ziel.

  • Das nächste Philosophische Landgespräch in Bründeln (Zur Chaussée 2) findet am Sonntag, 19. April, statt. Interessierte Frauen, die sich gerne einmal im Philosophieren probieren möchten, sind herzlich eingeladen. Anmeldung bei Friederike Kirgis, Tel. 05128/4095758, oder im Internet auf www.forumlebens-art.net. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • von Jonas Szemkus
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