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Im Ruhestand steht jetzt Wandern auf dem Stundenplan

Hohenhameln Im Ruhestand steht jetzt Wandern auf dem Stundenplan

Hohenhameln. Beinahe 57 Jahre ist Angelika Gattner in ihrem Leben zur Schule gegangen - erst als Schülerin, dann als Lehrerin. Jetzt ist sie an der Grundschule Hohenhameln in den Ruhestand verabschiedet worden.

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In dem Rucksack, in dem Angelika Gattner ihre Schulsachen transportierte, bewahrt sie jetzt Geschenke von Schülern auf.

Quelle: sz

Warum der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil sie einst in einem Interview mit der PAZ als seine Lieblingslehrerin bezeichnet hat, weiß Gattner selbst nicht. „Vielleicht, weil ich damals lange Haare und Locken hatte und noch so jung war?“ vermutet sie.

An ihren eigenen Lieblingslehrer aus der dritten oder vierten Klasse erinnert sich die 63-Jährige jedenfalls noch ganz genau: „Er hat meine Eltern, die mich nicht auf eine weiterführende Schule lassen wollten, so lange bearbeitet, bis sie mich ließen.“

Als sie viele Jahre später ihren ersten Arbeitstag in Hohenhameln hatte, wurde sie an der Schulbushaltestelle von einem Lehrer angeherrscht: „Du musst dich hinten in die Reihe stellen wie die anderen Kinder.“ Als Gattner, die immer eine zierliche Person war, sich zu erkennen gab, war die Wiedersehensfreude groß. Als Schülerin mochte die Hohenhamelnerin am liebsten Mathematik. „Vor drei Jahren haben wir mal eine Umfrage in meiner dritten Klasse gemacht, und mehr als die Hälfte der Kinder gab Mathe als Lieblingsfach an. Das hat mich unwahrscheinlich gefreut“, berichtet Gattner.

In ihren fast 44 Berufsjahren - zuerst in Dingelbe und Ottbergen und seit 38 Jahren in Hohenhameln - hat sich viel geändert, Stichworte sind Mengenlehre und Ganzwortmethode. „Viele Kinder können vor lauter Freizeitstress nicht mehr konzentriert arbeiten. Manche werden im Gegensatz zu früher überbehütet, andere bekommen weder Frühstück noch Pausenbrot mit in die Schule“, hat sie beobachtet.

Jetzt will sie ihren Ruhestand, den sie krankheitsbedingt etwas früher als geplant antrat, gemeinsam mit ihrem Mann genießen. „Wir lassen das Leben auf uns zukommen“, hat sie sich vorgenommen. „Wenn es gesundheitlich geht, fahren wir im Wohnmobil mit unserem Schäferhund Uras weg, wandern, walken, schwimmen oder fahren Rad.“

sz

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