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Im Kirchturm klaffen gewaltige Löcher

Hohenhameln Im Kirchturm klaffen gewaltige Löcher

Hohenhameln . An eine archäologische Ausgrabungsstätte erinnert derzeit die evangelische Laurentius-Kirche in Hohenhameln: In der Naturstein-Fassade des Kirchturms klaffen gewaltige Löcher. Einige der Kalksteine im Mauerwerk waren derart marode, dass sie ausgetauscht werden müssen.

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Maßarbeit mit Hammer und Meißel: Florian Henkis formt einen Stein. Hunderte davon werden in einigen Wochen das alte, marode Gesims am Kirchturm ersetzen.

Mitarbeiter eines Steinmetz-Betriebs nehmen den Kirchturm gerade vorsichtig auseinander. Mit einem Hammer klopfen sie die Mauern ab, dass das marode Gestein nur so rieselt. Die am schlimmsten beschädigten Steine brechen sie komplett heraus - deshalb ist die Fassade derzeit so löchrig wie ein Schweizer Käse. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Lücken nach und nach mit neuen Steinen aufgefüllt.

Der Kirchturm besteht aus Hoheneggelsener Trochitenkalk, der zwar hübsch anzusehen, aber nicht besonders stabil ist. Durch Regen und Wind wird die äußere Gesteinsschicht hart und platzt ab. Um das empfindliche Mauerwerk vor dem Wetter zu schützen, war der Kirchturm jahrhundertelang verputzt - bis 1953 die Kirche saniert und der Putz abgeschlagen wurde. Ein großer Fehler, sagt Oliver Wolf vom Amt für Bau und Kunstpflege der Landeskirche.

Fast 60 Jahre lang war der Naturstein ungeschützt dem Wetter ausgesetzt. Was das angerichtet hat, haben Fachleute erst entdeckt, als die Turmspitzen saniert wurden und sie sich das Mauerwerk aus der Nähe anschauen konnten: Die Schäden waren so schlimm, dass sich an einigen Stellen Steinbrocken mit der Hand aus dem Mauerwerk brechen ließen.

Jetzt retten die Fachleute, was zu retten ist. Noch in diesem Jahr soll der Turm wieder verputzt werden - doch vorher wird die marode Fassade geflickt. Die neuen Steine bestehen aber nicht Hoheneggelsener Trochitenkalk: „Das Material gibt es gar nicht mehr, und außerdem geht es viel zu schnell kaputt“, sagt ein Mitarbeiter der Steinmetz-Firma. Statt dessen werde Thüster Kalk und Bentheimer Sandstein verwendet.

Es ist nicht das erste Flickwerk am Kirchturm: Wer auf das Gerüst steigt und sich die Fassade aus der Nähe anschaut, entdeckt an manchem Fenstersturz sogar Beton. „Als in den fünfziger Jahren die Glocke in den Kirchturm gehoben wurde, ist man nicht sehr sensibel mit dem Mauerwerk umgegangen“, sagt Wolf. „Man hat es einfach aufgebrochen und mit Beton geflickt. Das würde man heute nicht mehr so machen.“

Heute gehen die Arbeiter viel vorsichtiger ans Werk: Kein Stein werde ausgetauscht, wo es nicht unbedingt sein müsse, versichert Wolf. „Wir wollen so viel wie möglich erhalten.“

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Ende September sind wir fertig“

Ende April hat die Fassadensanierung begonnen, geschätzte fünf Monate soll sie dauern. Bisher haben die Arbeiter die Fassade gereinigt, indem sie sie mit Wasser und Glasgranulat abgestrahlt haben – „das schädigt den Stein nicht, anders als ein Sandstrahler“, sagt ein Mitarbeiter.

Derzeit werden die losen Gesteinsschichten abgeschlagen und stark beschädigte Steine ersetzt. Komplett erneuert werden die „Gesimse“ – die Vorsprünge an der Fassade, an denen das Regenwasser ablaufen kann.

Auch viele Fensterstürze und die Mittelsäulen der Fenster sind marode und müssen entweder restauriert oder komplett erneuert werden. „Das ist auch der Grund, warum die Kirchenglocken im Moment seltener läuten“, sagt Oliver Wolf – schließlich übertragen sich die Erschütterungen aufs Mauerwerk und auf die Fenster, die derzeit teilweise nur von Stahlstangen gestützt werden.

Ist das Gestein fertig restauriert, wird die Fassade verputzt. „Ende September sollten wir fertig sein“, sagt Wolf. Dann wird auch das Gerüst abgebaut, das seit mehr als zwei Jahren den Blick auf den Kirchturm verstellt.

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