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Hummers Kultursalon: Künstler-Ehepaar präsentierte Musik jüdischer Komponisten

Soßmar Hummers Kultursalon: Künstler-Ehepaar präsentierte Musik jüdischer Komponisten

Soßmar. Das ist selten: Künstler-Eheleute gemeinsam auf der Bühne unter Hummers Kulturspitzboden. Sie, erfolgreiche Pianistin, er, emeritierter Hochschullehrer, beide leidenschaftliche Musiker. Erika Lux und Andor Iszàk bescherten ihrem Publikum nicht nur einen unterhaltsamen Klavierkonzert-Abend mit eingängigen Kompositionen ausschließlich jüdischer Tonsetzer. Iszàk gestaltete die Moderation des Auftritts seiner konzertierenden Ehefrau zuweilen wie eine humorvolle Vorlesung über Musikgeschichte.

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Pianistin Erika Lux am Flügel in Hummers Kultursalon.

Quelle: im

Aber wie schon Grillparzer sagte: Beschriebene Musik ist wie erzähltes Mittagessen. Und wenn Lux so energisch wie griffig Jaques Offenbachs „Grande Valse“ in die Klaviatur massiert, verfliegen noch so hübsch gesetzte Eingangsworte.

Obwohl: erfreulicher Weise erinnert Iszàk auch an den zu Unrecht fast vergessenen Komponisten Moritz Moszkowski. Seine Frau lässt dessen musikalisches Erbe beispielhaft aufleuchten in einem Menuett in dem sowohl ein bisschen Chopin als auch Mozart schimmern und in einer Tarantella, bei der sich die Finger auf der Klaviatur selbst zu überholen scheinen. Aber wenn sich die Pianistin etwa Anton Rubinsteins Romanze widmet, scheint sie damit den Nerv des Publikum getroffen zu haben: „Schööön“, seufzt jemand in die leise verklingenden letzten Töne. Das scheint Lux nicht entgangen, die nun vergnügt das Kontrastprogramm liefert: Rubinsteins wuchtige Mazurka, beinahe eine sportmusikalische Herausforderung am Flügel.

Wobei man sich übrigens nur schwer entscheiden kann, wem die visuelle Aufmerksamkeit gelten soll. Lux, die sich voller Hingabe an Paraphrasen über Themen von Richard Wagner und Johann Strauß abarbeitet, oder doch Iszàk, der ihre musikalische Leistung in einzigartiger Mischung aus Kritiker, Hochschul-Lehrer, Dirigent und Ehemann in jedem Ton mitempfindet.

Wer den Komponisten Erich Wolfgang Korngold bisher auf seine Oper „Die tote Stadt“ festgelegt hat, belehren sie mit seinem lebendigen Walzer „Gretel“ eines besseren. Und mit Johann Straußens „Schatzwalzer“ in der Bearbeitung des ungarischen Pianisten Ernst von Dohnányi könnte Lux durchaus sogar schwer belehrbare Operetten-Nörgler zum Genre bekehren. Mit so viel Lust und Fröhlichkeit bringt sie den beinahe swingenden Walzer ins Parkett, dass der Applaus kaum zu bremsen ist.

uj

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