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Hohenhameln: Bruderkrieg und Russisches Roulette

Hohenhameln Hohenhameln: Bruderkrieg und Russisches Roulette

Hohenhameln. Mehr als 60 Hohenhamelner nahmen am dritten Dorfspaziergang teil - beinahe doppelt so viele, wie sich angemeldet hatten.

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„Wenn Otto Könnecker einem zur Begrüßung auf den Rücken haute, hat man erstmal keine Luft mehr gekriegt“, wusste Otto Köhler über den einstigen Bewohner Hauses Marktstraße Nummer 9 zu berichten.

Quelle: hui

Ein stattlicher Zug bewegte sich an diesem nasskalten Sonnabendnachmittag die Marktstraße entlang. Doch von Wind und Kälte merkten die gut 60 Frauen und Männer kaum etwas, denn bei jedem der zahlreichen Stopps hatte mindestens einer noch eine Ergänzung zu den Erzählungen Otto Köhlers, Vorsitzender des Heimatvereins, parat.

Gleich an der ersten Station vor Bauer Köhlers Rübenburg wusste Paul Lustig von der Pflanzung der Friedenseiche mitten auf der Rasenfläche am Zimmerplatz zu berichten. „Die hat die Baumschule Zachow aus Harber zur Wiedervereinigung gestiftet. Im Mai vor 21 Jahren wurde sie gepflanzt, und wenn wir in dem heißen Sommer nicht jeden Tag gegossen hätten, stünde dieser Baum heute vielleicht nicht hier“, sagte Lustig.

Heiß hergegangen sein muss es einst im gegenüber liegenden Haus mit dem gelben Anstrich. Dort sollen einst ein paar Männer Russisch Roulette gespielt haben. „Es ist aber keiner zu Tode gekommen“, sagte Köhler. Andererseits waren sich die Erben der Gelbgießerei Bültemann spinnefeind - so sehr, dass schließlich der eine den anderen erschossen haben soll.

Der einst ebendort angesiedelte Friseur versorgte seinerzeit die Hohenhamelner Damenwelt mit einer Einheitsfrisur: Locken, wusste Köhler, und alle lachten. „Wenn man sich in der schlechten Zeit mal die Haare machen lassen wollte, musste man einen Korb voll Holzspäne zum Warmmachen für das Wasser zum Haarewaschen mitbringen“, erinnerte sich Dorothea Kriesel.

„Als ich als Jugendlicher hier zur Bimmelbahn ging, stand da sommers wie winters der olle Künnecke mit seinem Besen und guckte böse“, setzte Köhler die Reihe der prägenden Persönlichkeiten fort, und weiter: „Und wenn ich nachmittags wieder nach Hause kam, stand er immer noch genau so da.“

Hans Schweda, Pastor der evangelischen St. Laurentius-Gemeinde, stellte unter anderem die Gründe für die ungewohnte Verputzung am gerade enthüllten und abgerüsteten Kirchturm dar. Wilfried König erinnerte an die 70 Kastanienbäume, die den Marktplatz bis zum Umbau in den 1960ern geprägt hatten.

Das ehemalige Weiße Ross, in dem das erste Landkino Deutschlands untergebracht war, weckte weitere wehmütige Jugenderinnerungen bei den Spaziergängern. „Hier habe ich 1965 Ben Hur gesehen - zweieinhalb Stunden lang mit fünf Leuten. Normalerweise wurde der Film erst ab sechs Leuten angemacht“, sagte Köhler.

hui

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