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Hochgeschwindigkeits-Jazz wie aus dem Ärmel geschüttelt

Hohenhameln Hochgeschwindigkeits-Jazz wie aus dem Ärmel geschüttelt

Soßmar. Erstens klingt es anders und zweitens als man denkt. Die Mehrzahl der Zuhörer in Hummers Kultursalon in Soßmar war allerdings gedanklich darauf eingerichtet, dass ein Konzert des Bostoner Jazz-Pianisten Eyran Katsenelenbogen das Prädikat „mehr, als Sie sich vorstellen können“ tragen sollte.

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Begeisterte erneut in Hummers Salon in Soßmar: Eyran Katsenellenbogen.

Quelle: im

Kultursalon-Chef Gerhard Hummer und den Pianisten verbindet eine lange Freundschaft, derer Gerhard Hummer sich zu Beginn des Konzertes auf eine ganz besondere Weise rühmte: Er selbst nahm Platz am knapp 120 Jahre alten Blüthner-Flügel und gab dem Meister eine Melodienfolge vor. Fliegender Wechsel an der Klaviatur und da ist er wieder präsent, dieser typische Katsenelenbogen-Sound, der Hummers hübsche Vorgabe zu einer minutenlangen emotionalen Interpretationswoge auftürmte.

Schon nach diesem Einstieg war das Publikum kaum zu bremsen und ergötzt sich beispielsweise geradezu an des Meisters Interpretation von „When I fall in Love“, an Musik seines großen Kollegen Fats Waller oder dem orientalisch verpackten Dave-Brubeck-Klassiker „Take Five“.

Und da sind sie wieder, Katsenelenbogens unvergleichlichen Tempowechsel, die gewuchteten Akkorde, die Triller, die er zu schrillen Pfiffen zu vereinen vermag, dieses Rollen, das den altehrwürdigen Flügel in eine Orgel zu verwandeln scheint. Das alles, das er wie aus dem sprichwörtlichen Ärmel zu schütteln scheint, mühelos, dramatisch-farbenfroh, als spiele er tatsächlich mit 88 Fingern, wie seine neuste CD zu vermitteln versucht.

So knochentrocken und oft schroff sein Anschlag, überrascht er aber zuweilen mit erstaunlicher Sanftheit.

Mit Michel Legrands Filmmusik zu „Die Regenschirme von Cherbourg“ beispielsweise bewegt er besonders jene, die schon damals im Kino Rotz und Wasser heulten.

Natürlich enttäuscht er auch Gershwin-Enthusiasten nicht. „Summertime“ aus „Porgy und Bess“ umwebt er so raffiniert, dass das Thema nur sanft hervorschimmert Widmet sich der Meister allerdings Musiker-Gott Bach, merkt man sofort: Tabus lässt er nicht gelten. Hinreißend seine Hochgeschwindigkeits-Interpretation in Jazz, bis er wieder durchaus ehrfürchtig zu ihm zurückkehrt.

Als Zugabe tanzen bei Glenn Millers „Moonlight“ Henry Mancinis „Rosaroter Panther“ und Peter Tschaikowskis „Zuckerfee“ einträchtig unter dem heißen Salon-Spitzdach in Hummers Kultursalon. Erstens klingt es anders und zweitens als man denkt.

uj

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