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Haimar: 43-Jähriger gesteht Brandanschlag

Hohenhameln Haimar: 43-Jähriger gesteht Brandanschlag

Hohenhameln/Haimar. Der Brandanschlag auf ein Flüchtlingshaus im direkt an der Grenze zur Gemeinde Hohenhameln gelegenen Haimar (Sehnde/Region Hannover) bewegt auch die Menschen im Peiner Land. Wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim gestern mitteilte, hat der 43-jährige Tatverdächtige aus Haimar (PAZ berichtete) ein Geständnis abgelegt.

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An der Tür dieses Hauses, in dem Flüchtlinge untergebracht sind, wurde ein Feuer gelegt.

Quelle: ud

Einen Hinweis auf eine fremdenfeindliche Gesinnung gibt es demnach nicht.

Der 43-Jährige hat gegenüber der Staatsanwaltschaft zugegeben, in der Nacht zu Sonntag vor der Haustür des von Flüchtlingen bewohnten Gebäudes an der Mehrumer Straße einen selbst gebastelten Molotowcocktail entzündet zu haben, heißt es in einer Pressemitteilung der Ersten Staatsanwältin Christina Pannek. Er habe jedoch nicht damit gerechnet, dass Menschen zu Schaden kommen.

Nach eigenen Angaben handele er zwanghaft und sei auch für weitere Brände wie etwa in der Alten Schmiede verantwortlich. Eine ausländerfeindliche Gesinnung wies er von sich.

Ein Zeuge, mit dem der Verdächtige kurz vorher auf einer Treibjagd gezecht hatte, hatte die Polizei auf seine Spur geführt. In seiner Wohnung fanden die Beamten dann auch Beweise.

Der gefasste 43-Jährige wird in dem 700-Seelen-Dorf als eher einfacher Mensch beschrieben. Dort war man sich schon gestern sicher, dass die Tat keinen politischen Hintergrund habe und der 43-Jährige ansonsten „ein lieber, netter Mensch“ sei - der allerdings gerne einen trinkt.

Am Ortsausgang haben Anwohner dennoch ein Laken aufgehängt: „Ein Fremder ist ein Freund, den man noch nicht kennt! Gib Fremdenhass keine Chance!“ steht darauf zu lesen.

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hat den Brandanschlag „auf das Schärfste“ verurteilt. Bisher habe Sehnde auf seine dezentrale Unterbringung und das große ehrenamtliche Engagement stolz sein können: „Mit der abscheulichen Tat eines Einzelnen soll diese Arbeit nicht zerstört werden.“

Zwar habe es auch immer wieder kritische und besorgte Fragen zum Thema Asyl gegeben, aber nie bezüglich der Unterbringung und Versorgung vor Ort, sondern eher zur allgemeinen Flüchtlingsdebatte. „Die Stimmung in Sehnde ist und war bisher so gut - lassen Sie uns weiterhin daran arbeiten“, appelliert der Bürgermeister an die Sehnder.

Der vom Anschlag betroffenen dreiköpfigen Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt Lehrke. Sie werde von den sozialen Diensten der Stadt betreut und wolle bislang nicht aus der betroffenen Wohnung ausziehen.

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