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Großinspektion im Kraftwerk Mehrum

Mehrum Großinspektion im Kraftwerk Mehrum

Mehrum. Das Kraftwerk in Mehrum wird derzeit für einen kompletten Technik-Check auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Die sogenannte „große Revision“ kostet 20 Millionen Euro und dauert sechs Wochen. So lange steht das Kraftwerk still, keine einzige Kilowattstunde Strom wird erzeugt - und trotzdem haben hunderte Arbeiter rund um die Uhr zu tun.

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Das Archivbild zeigt Kraftwerks-Geschäftsführer Bernhard Michels. Derzeit rauchen die Schornsteine nicht: Das Kraftwerk erzeugt während der Inspektion keinen Strom.

Quelle: A

Fast 600 Fachleute von außerhalb arbeiten derzeit auf dem Gelände, Seite an Seite mit den rund 130 regulären Kraftwerks-Mitarbeitern.

Im Schichtdienst reinigen sie den Kühlturm mit großen Staubsauger-Wagen, sie überprüfen jene Filter auf Schäden, die die Abgase aus dem Kohlekraftwerk reinigen, und sie tauschen allein im Kessel zwölf Kilometer Rohrleitungen aus.

Durch diese Rohre strömt Wasserdampf mit einem Druck von 200 bar - dabei muss das Material extreme Belastung und Hitze aushalten. Alle vier Jahre kommen deshalb die Experten zu einer großen Inspektion, sozusagen zum „Kraftwerks-Tüv“. Sie überprüfen, ob das Material Schäden hat, ob es spröde wird, wo Reparaturen nötig sind. Und das gilt nicht nur für die Rohre: Auseinandergenommen werden auch die Turbine, deren Schaufelräder vom heißen Dampf angetrieben werden, und der Generator, der aus dieser Drehbewegung Strom erzeugt - ähnlich wie ein Fahrrad-Dynamo. Damit dieser Motor läuft, muss er regelmäßig gewartet werden - so, wie auch ein Auto zur Inspektion muss.

Ohne Hilfe von außen wäre das beim Kraftwerk jedoch nicht zu schaffen, nicht nur wegen der schieren Größe der Anlage. Zu Gast sind derzeit jede Menge Spezialisten, „die zum Beispiel nichts anders machen, als Generator-Schalter zu revidieren“, sagt Michels. Im Einsatz sind Maschinenbauer, Elektro-Monteure, Schweißer und IT-Fachleute. „Im Kraftwerk ist alle Technik vertreten, die es gibt“, sagt Michels.

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Container als Büro, Zelt als Kantine

Kraftwerks-Besuchern bietet sich derzeit ein ungewohntes Bild: Das fängt schon auf dem Parkplatz an, der zugestellt ist mit Wagen aus Köln und Leipzig, Ungarn und Polen. Auf dem Kraftwerksgelände selbst stehen unzählige Container, die den „Gastarbeitern“ als Büros, Umkleiden und Duschen dienen, Essen gibt es in einem riesigen Kantinen-Zelt. Zum Glück ist auf dem Gelände genug Platz – denn der Logistik-Aufwand ist immens, wenn sich von heute auf morgen das Personal mehr als verfünffacht. Die Pensionen im Peiner Land dürfte das freuen: Schließlich müssen die Arbeiter von außerhalb auch irgendwo übernachten.sur

„Kohle noch effektiver verbrennen“

Aus weniger Kohle mehr Energie erzeugen – das hat sich der Geschäftsführer des Kraftwerks Mehrum, Bernhard Michels, zum Ziel gesetzt. Bei der Revision wird deshalb auch die Technik in den Kohlemühlen verbessert.

Mehrum. Wenn die Steinkohle im Kraftwerk ankommt, sind die Brocken mitunter faustgroß. In den Kohlemühlen werden sie „backpulverfein“ gemahlen, sagt Michels – damit die Kohle fast vollständig verbrennt und möglichst wenig Asche übrig bleibt. Wenn der Kohlestaub in den Kessel geblasen wird, sortieren die sogenannten Sichter zu große Stücke aus und lassen nur die feinsten Partikel durch. Diese Technik wird jetzt verbessert, in drei Kohlemühlen werden neue Sichter eingebaut – „damit wir unsere Kohle noch effektiver verbrennen können“, sagt Michels. Der Rest-Kohlenstoff in der Asche betrage dann nur noch drei Prozent statt wie bisher 4,5 Prozent.

Inklusive solcher Umbauten, Reparaturen und Instandhaltungen kostet die große Revision rund 20 Millionen Euro. Damit wird die Technik im Kraftwerk für die nächsten vier Jahre fit gemacht – 2014 steht nur eine kleine Revision von zwei Wochen an, der nächste große Check mit 600 Fachleuten ist für 2016 vorgesehen.

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