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Gewerbegebiet in Harber: Die Mehrheit ist dafür

Harber Gewerbegebiet in Harber: Die Mehrheit ist dafür

Harber. Bekommt Harber nun doch ein Gewerbegebiet? Beim derzeit größten Streitthema im Ort ist am Montagabend die Stimmung umgeschlagen: Bei einer Bürgerversammlung sprachen sich etliche der fast 100 Gäste eindeutig für die Pläne aus. Die Entscheidung trifft in drei Wochen der Gemeinderat.

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Bürgerversammlung in Harber: Das Dorfgemeinschaftshaus war mit rund 100 Gästen voll besetzt, die über das geplante Gewerbegebiet diskutierten. Stadtplaner Thomas Gräsle (rechts) erläuterte detailiert den Bebauungsplan „Alpfeld“.

Quelle: sur

Seit Monaten tobt in Harber ein Streit darüber, ob am nördlichen Ortsrand ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll - der Unternehmer Matthias Rauls will dort eine Lagerhalle für Baumaterial und Maschinen errichten (PAZ berichtete mehrfach).

Nachdem der Ortsrat nur äußerst knapp zugestimmt hatte und das Vorhaben im Gemeinderat zu scheitern drohte, hatten die Politiker nun zu einer Bürgerversammlung eingeladen - in der Hoffnung, doch noch zu schlichten. Gekommen waren nicht nur Bürger aus Harber, sondern auch Ratspolitiker, die sich eine Meinung bilden wollten. Schließlich sind sie es, die am Ende über den Bebauungsplan entscheiden müssen.

Die Gegner des Gewerbegebiets hatten Lärm und Staub befürchtet sowie eine Verschandelung des Ortsbilds. Ihre Einwände konnte Stadtplaner Thomas Gräsle entkräften, als er den Bebauungsplan im Detail vorstellte - denn viele der Sorgen sind darin schon berücksichtigt. So soll das Grundstück rundum bepflanzt werden, damit es sich ins Ortsbild einfügt. Büsche und Bäume sollen den direkten Blick auf die Lagerhalle versperren, und im Westen des Grundstücks ist eine große Grünfläche geplant - als Ausgleich dafür, dass viel Ackerfläche versiegelt wird. Dadurch werde das Dorfbild sogar verbessert, meinten mehrere Bürger bei der Versammlung.

Für den Lärm wiederum gebe es Grenzwerte, erklärte Gräsle - „und die gelten auch bei offenem Fenster“. Anwohner hatten befürchtet, dass Rauls auf dem Grundstück Beton schreddern könnte. Das habe er auch vor, sagte er - allerdings brauche er die Maschine nur etwa alle zwei Jahre. „Eine solche Anlage im Dauerbetrieb ist in einem Gewerbegebiet auch gar nicht genehmigungsfähig“, sagte Gräsle.

Viele harbersche Bürger schlugen sich am Montagabend auf die Seite des Unternehmers - unter anderem Anja Böttcher. Sie sei froh, dass es in Harber noch Gewerbebetriebe gebe, sagte sie: „In unserem Dorf ist Leben, es ist nicht nur eine Schlafstätte. Das muss man erhalten, gerade mit Blick auf den demografischen Wandel.“

Die Entscheidung über den Bebauungsplan „Alpfeld“ trifft der Gemeinderat am Donnerstag, 13. Dezember. Stimmen die Politiker zu, wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt. Auch dann können noch schriftlich Einwände geäußert werden.

sur

Kommentar

Die leise Mehrheit

Von Susann Reichert

Man kennt das von Stuttgart 21: Wenn eine Minderheit nur laut genug schreit, hält man sie leicht für die Mehrheit. In Harber war es ähnlich: Nach all den emotionalen, teils aggressiven Debatten der vergangenen Monate hat sich nun die bisher schweigende Mehrheit der Dorfbewohner zu Wort gemeldet und sich zum großen Teil für das Gewerbegebiet ausgesprochen. Die bislang so engagierten Gegner des Projekts waren überraschenderweise kaum noch zu hören.

s.reichert@paz-online.de

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