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Fruchtig: Erwin Leier produziert Obstwein

Hohenhameln Fruchtig: Erwin Leier produziert Obstwein

Hohenhameln. Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Begriff „Obstwein“ gilt in der Bierstadt Peine und seinem Umland seit den 1960-er Jahren als Synonym für die Begriffe „Sundern“ und „Kopfschmerzen“.

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„Da oben muss es gluckern“: Hobby-Winzer Erwin Leier erklärt den Gärvorgang.

Quelle: uj

„Dann müssen damals bei der Herstellung des Obstweines unverzeihliche Fehler gemacht oder minderwertige Zutaten verwendet worden sein“, verteidigt Erwin Leier aus Hohenhameln den an sich guten Ruf dieses Getränks. Der Mann muss es wissen. Seit 25 Jahren verwandelt er nämlich als Freizeit-Winzer Obst von seiner Scholle in süffige alkoholische Wein-Spezialitäten, bei denen sich nach „bestimmungsgemäßem Gebrauch“ weder Katzenjammer noch Katerstimmung einstellen.

Eine schwere gesundheitliche Krise zwang den einstigen Biergenießer einst dazu, sein berufliches Engagement in der Entscheider-Etage eines großen Lebensmittelkonzerns stark einzuschränken. Bewusst habe er nach einem entspannenden Hobby gesucht, das kreatives Gestalten und Akkuratesse mit speziellem Genuss kombiniert. Ein guter Freund macht ihm nicht nur den Obstwein sondern auch dessen Produktion schmackhaft.

Eindeutige Rezeptliteratur nimmt dem Hobby-Winzer-Debütanten letzte Bedenken und so entsteht gleich im ersten Durchgang ein Sauerkirschwein, der nach einer Reifezeit von einem Jahr auf den Zungen im Hause Leier zu wahrer Verzückung führt.

So motiviert verarbeitet der Mann seitdem nun Sommer für Sommer, was sein Garten und die unmittelbare Umgebung neben dem Gartenzaun als fruchtigen Grundstoff liefern.

Nach strengen Regeln und Rezepturen reifen unter Berücksichtigung komplizierter chemischer und physikalischer Vorgänge, Temperaturen und Beimischungen von Zucker, Hefe-Nährsalz und Reinzucht-Hefe aus der örtlichen Apotheke nach etwa einem Jahr die im Familien- und Freundeskreis so beliebten „Erwin-Weine“, scherzhaft benannt nach dem Vornamen des Erzeugers.

Und während Ehefrau Edith zur Verkostung eine wahre Rarität, einen zwanzig Jahre alten Hagebuttenwein mit dem Geschmack nach sinnlich warmem und gleichzeitig fruchtig frischem Sherry ausschenkt, erzählt dessen Produzent beispielsweise von Korken, die erst nach 24-stündigem Wasserbad die Flaschen verschließen, verrät, nach welcher Prozedur die Flaschenkragen wirklich perfekt aussehen, sinniert über Explosionsgefahren während des Gärvorganges und dass die tägliche akkurate Kontrolle aller Herstellungsprozeduren obligatorisch sei.

Die bis zu 240 Liter Wein pro Anno verbrauchen die Leiers „natürlich nicht selbst“, sondern lassen sie großzügig durch die Kehlen der Familie und Freunde fließen. Besonders beliebt ist das fruchtig-süffige Getränk mit 14 bis 16 Prozent Alkohol übrigens bei Referenten und Freunden der „Hand in Hand“ Generationenhilfe Börderegion, die Leier ehrenamtlich mit viel Eifer unterstützt - wenn er nicht gerade seinem Wein dient.

Als Ritterschlag gilt dem Hohenhamelner das Urteil eines Profi-Winzers aus dem pfälzischen St. Martin, der die Verkostung eines „Erwin-Weines“ schlicht mit „Der Mann hat Ahnung von Wein“ quittierte.

Sein Wissen möchte der Hohenhamelner Kelterer übrigens nicht für sich behalten: „Wer dieses wunderbare Hobby zu seinem machen möchte, kann mich gerne anrufen“, sagt er und lässt einen winzigen Schluck Hagebutten-Köstlichkeit auf der Zunge zergehen. „Meine Nummer steht im Telefonbuch.“

Von Ulrich Jaschek

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