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Erinnerungen an den Holocaust

Hohenhameln Erinnerungen an den Holocaust

Hohenhameln. Es muss schon ein ganz besonderer Anlass sein, wenn für ein „Konzert für das Erinnern“ die hiesige Realschule und die evangelische Laurentius-Gemeinde zusammenarbeiten. Im Monat November und seinen Anlässen, still zu werden und in sich zu kehren, ragte nun der 75. Jahrestag der Reichspogromnacht heraus, die die vor der eigenen Geschichte verantwortungsbereite Schule mit ihrer Kirche zu gemeinsamem Gedenken verbunden hat.

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Interessiert und betroffen hörten die zahlreichen Besucher, die meisten Schüler der Realschule Hohenhameln, dem Vortrag über Pogromnacht und Holocaust zu.

Quelle: cb

In seiner Begrüßung erwähnte Realschulrektor Holger Skremm Ursachen und Auswirkungen jener Nacht, deren unmittelbare Folgen am Brand der Peiner Synagoge am 10. November 1938 auch regional sichtbar geworden sind.

Bereits im Geschichtsunterricht hatten die 9. und 10. Klassen die Reichspogromnacht in einen gesamtgeschichtlichen Zusammenhang gerückt, die Vorführung des Films „Schindlers Liste“ am Morgen in der Mehrzweckhalle bildete für die älteren Schüler einen inhaltlich zuträglichen Schwerpunkt.

Den Pianisten und Journalisten Matthias Horndasch hatte die Realschule für die Gestaltung des „Konzert für das Erinnern“ gewonnen, der mit Überlebenden des Holocausts über ihre Erinnerungen gesprochen hatte und diese Zeitzeugenberichte zitierte - unterbrochen und kommentiert durch intensive Vorträge am Klavier. So wurde ganz persönliches, unmenschliches Leiden - hervorgerufen durch qualvolle Deportationen, Arbeitslager, Ghetto- und KZ-Aufenthalte - den jungen Zuhörern plastisch vor Augen geführt. Die geschilderten Stationen des Nationalsozialismus‘ in Form von Kaiserwald, Buchenwald, Dachau und Auschwitz erhielten so in beklemmender Weise ihr konkret-hässliches Gesicht.

Die fast unfassbaren Schilderungen resümierend, zitierte Horndasch ebenfalls einen KZ-Überlebenden: „Hitler hätte für alles geradestehen müssen, sein Tod war für ihn viel zu einfach.“ Sarkastisch ergänzte er: „Und dann gibt es Leute, die heute solche Verhältnisse wiederhaben wollen - unmöglich!“ Wenngleich die willkürliche Kleidung des Künstlers dem Anlass leider nicht gerecht wurde und ein zwischenzeitlicher Methodenwechsel dem Vermitteln dienlicher gewesen wäre, hatte die Realschule eine beispielhafte Veranstaltung kreiert, die Pastor Hans Schweda so zusammenfasste: „Diese persönlichen Schilderungen gehen unter die Haut. Und das ist gut so, weil wir dadurch über das Gehörte im Gespräch bleiben.“

hl

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