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Einzigartig: Der Sühnestein in Harber

Harber Einzigartig: Der Sühnestein in Harber

Harber. Um die Toten zu ehren, werden am morgigen Volkstrauertag allerorten Kränze niedergelegt. Früher stellten die Menschen für ihre Verstorbenen Sühnekreuze auf. In Hohenhameln gibt es ungewöhnlich viele solcher Steine - und ein ganz besonderes Exemplar befindet sich in Harber.

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„Sensationell gut erhalten“: Dieser Sühnestein überdauerte die Jahrhunderte geschützt unter der Erde. Heute steht er in Harber an der Viehweide, wo er vor elf Jahren ausgegraben wurde.

Quelle: sur

Etwa 600 Jahre alt ist der Sühnestein in Harber - aber er ist kaum verwittert. Vor elf Jahren kam er bei Bauarbeiten durch Zufall ans Tageslicht, zuvor hatte er jahrhundertelang unter der Erde überdauert. Warum er vergraben oder verschüttet wurde, ist unklar - „aber es war ein Glücksfall“, findet der Historiker Jens Koch. „Dadurch war er nicht wie andere Steine 600 Jahre lang der Verwitterung preisgegeben. Der Stein ist sensationell gut erhalten.“

In den vergangenen zehn Monaten hat sich Koch intensiv mit Sühnesteinen beschäftigt. Denn als er im vergangenen Jahr nach Clauen zog, fiel dem ehemaligen Kreisarchäologen auf, wie viele solcher Sühnesteine es in der Umgebung gibt (siehe Kasten).

Optisch erinnern sie an Grabsteine, laut Koch wurden sie aber nicht dort aufgestellt, wo jemand begraben liegt - sondern an der Stelle, an der jemand zu Tode gekommen ist. Damit hatten die Sühnesteine wohl eine ähnliche Bedeutung wie heute die Holzkreuze oder Windlichter, die sich manchmal nach schweren Verkehrsunfällen am Straßenrand finden.

Früher waren es sicher keine Verkehrsunfälle, die Todesopfer forderten. Häufig stehen die Sühnesteine dort, wo ein Mord passiert ist, und der Täter musste sie eigenhändig errichten - als Sühne für seine Tat.

Welche Geschichte hinter dem Sühnestein steckt, der 2003 an seinem Fundort an der Viehweide in Harber aufgestellt worden ist, weiß Koch nicht. Vielleicht könnte die Inschrift darüber Aufschluss geben - durch den „sensationell guten Zustand“ des Steins lassen sich sogar noch Schriftzeichen erkennen. Entschlüsseln kann Koch sie allerdings nicht: „Da müsste ein Althistoriker ran, der diese mittelalterlichen Schriften lesen kann.“

sur

Mordsgefährliches Hohenhameln?

Sieben Sühnesteine hat der Historiker Jens Koch in der Gemeinde Hohenhameln gezählt, insgesamt zwölf kennt er im ganzen Kreisgebiet. „Das ist schon eine auffällige Häufung“, sagt Koch. „Aus unerfindlichen Gründen stehen in Hohenhameln überall diese Dinger.“ Warum das so ist, ist unklar – Koch liefert gleich mehrere denkbare Erklärungen. „Möglicherweise war das hier früher eine unsichere Gegend“, sagt er – schließlich stehen Sühnesteine dort, wo jemand zu Tode gekommen ist, ob durch einen Mord oder einen Unfall. Aber vielleicht war Hohenhameln auch gar nicht so gefährlich – vielleicht gibt es hier nur deshalb besonders viele Sühnesteine, weil die Gegend wegen des guten Bodens schon im Mittelalter dicht besiedelt war.

sur

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