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Dorfleben in der Stadt und Ameisen im Tee

Gran Canaria Dorfleben in der Stadt und Ameisen im Tee

Gran Canaria. Die Clauenerin Laura Sandmann studiert Internationale Kommunikation und Übersetzen in Hildesheim - und verbringt derzeit ein Auslandssemester in Las Palmas de Gran Canaria. In der PAZ berichtet sie über ihre Erlebnisse. Hier Teil zwei der Serie:

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Laura Sandmann am Roque Nublo, einem der höchsten Berge Gran Canarias.

Quelle: ls

Mittlerweile bin ich schon eineinhalb Monate in Las Palmas und habe mich sehr gut eingelebt. Die Stadt wird immer vertrauter und es gelingt mir immer besser, das kanarische Leben und die Mentalität der Menschen zu verstehen. Ich lebe auf der Halbinsel „La Isleta“, auf deutsch „Inselchen“, die früher tatsächlich mal eine Insel war, mittlerweile aber mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Das Leben hier ist ein ganz anderes als in der Stadt und ähnelt eher dem eines Dorfes in Südamerika mit seinen engen Straßen oder Bars mit lauter Musik. Die Bevölkerung, die vor allem aus Fischer und Einwanderer besteht, ist im Vergleich zu den Bewohnern der Stadt eher arm. Dennoch bin ich froh, hier zu leben. Abends trifft sich Alt und Jung auf dem Dorfplatz, um bis in die Nacht zu spielen, laut zu erzählen oder Musik zu machen.

Die Ruhe der Canarios bringt mich dazu, selbst gelassener zu sein, auch dann, wenn mich der deutsche Tatendrang packt. Es ist normal, dass hier alles etwas länger dauert. Zum Einkaufen sollte man Zeit mitnehmen, an der Kasse wird man herzlich mit einem „Hola mi niña“ („Hallo mein Mädchen“) begrüßt, und jeder nimmt sich Zeit für einen kurzen Schnack. Wenn man aus einem Laden geht, hört man selten ein „Adiós“. Alle sagen nur „Hasta luego“, also „bis später“. Unglaublich - in einer Großstadt wie Las Palmas geht man also davon aus, dass man sich wiedersieht. Klingt erst mal komisch, aber mittlerweile habe ich es verstanden: Auf der Straße grüßt mich der Mann, bei dem ich ab und zu mein Wasser kaufe, der Inder, bei dem ich meine Hirse hole, und auch der Postkartenverkäufer hat mich in einem Café wiedererkannt und begrüßt.

Das Leben an der Uni ist im Vergleich zu Deutschland entspannt - aber sehr ungewohnt. Es gibt Anwesenheitslisten, Hausaufgaben und die mündliche Beteiligung fließt in die Note ein. Da Spanier direkt nach der Schule anfangen zu studieren, sind alle auch noch sehr jung und ich fühle mich zurück in die Schulzeit versetzt. Außerdem ist es ziemlich unorganisiert, sodass wir Studenten aus dem Ausland nach über einem Monat immer noch nicht offiziell an der Universität studieren.

Ich muss mich an vieles erst gewöhnen, unter anderem auch an meine neuen Mitbewohner - die Ameisen! Für mich war es ein Schock, die Tierchen plötzlich in der Tasse auf meinem Nachttisch zu finden. Meine Vermieterin reagierte gelassen: das sei Spanien. Man muss hier eben alles ein bisschen lockerer und am besten mit Humor sehen, dann werden auch diese kleinen „Schönheitsfehler“ aushaltbar und vielleicht auch irgendwann normal...

ls

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