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Die Stimme ist entscheidend, nicht die Augen

Hohenhameln Die Stimme ist entscheidend, nicht die Augen

Hohenhameln . Wenn das Telefon beim Generationenhilfeverein Hohenhameln klingelt und statt Telefonist Mark Noller (32) ein anderes Vereinsmitglied zum Hörer greift, dann erschrecken sich die Leute am anderen Ende manchmal. Der 32-Jährige ist die Stimme des Vereins - und seit seiner Geburt blind. Seit es „Hand in Hand“ gibt, greift Noller fast jeden Tag zum Hörer. Der 32-Jährige ist erster Ansprechpartner für die Hilfesuchenden, koordiniert Termine und gibt gewünschte Unterstützungen an die Bereichsleiter des Vereins weiter.

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Die alte Blinden-Schreibmaschine hat für Mark Noller (2. von rechts) ausgedient. Zu Weihnachten gab es vom Generationenhilfeverein einen modernen Brailleschrift-Drucker. Die Idee hatten die Vereinsvorstandsmitglieder (v.l.) Wolfgang Schulze, Tim van der Wolk, Wilhelm Grote und Rainer Lorenz.

Quelle: js

Mark Nollers Vater Eberhard hatte von der Idee des Vereins gelesen und war schnell begeistert - ebenso wie sein Sohn. „Wie bei ‚Hand in Hand‘ unterstützen wir uns auch in der Familie gegenseitig sehr stark, so hatten wir direkt einen Draht zur Vereinsarbeit“, sagt der Senior. „Es ist schön wenn man die Last des anderen mittragen kann - und dass Mark hier so herzlich aufgenommen wurde.“

Der Junior ist gelernter Telefonist. „Ich freue mich, dass ich hier arbeiten darf und mit den Anrufern in Kontakt komme“, sagt er nicht ohne Stolz. Während sich ein Sehender kurz die Belange der Anrufer aufschreiben kann, spricht der 32-Jährige seine Notizen auf Band. Das ist kein Hindernis: Routiniert und charmant geht Noller mit der Situation um. Besonders wichtig ist ihm, „dass ich mir Zeit für die Anrufer nehme“. Diese Hingabe kommt nicht nur bei den Menschen gut an, die Hilfe benötigen. Auch die Wertschätzung innerhalb des Vereins ist riesig: „Wir haben einen echten Schatz und sind sehr dankbar für seine Arbeit“, sagt Vorstandsmitglied Wolfgang Schulze.

Außer dem großen Lob gab es jetzt auch ein Weihnachtsgeschenk: Die fast 30 Jahre alte Schreibmaschine, mit der Noller schon in der Schulzeit in der Blindenschrift Braille Texte verfasste, hat ausgedient. Stattdessen gab es vom Verein einen Braille-Drucker. Statt mühsam per Hand einzelne Zeilen zu tippen, kann Noller jetzt seitenweise drucken. „Das ist ein kleines Danke“, sagt Vorstandsmitglied Tim van der Wolk - und dann passiert das, was dem Telefonisten so selten passiert: Er ringt nach Worten. Eine tolle Überraschung? „Ja. Ich kann nur Danke sagen“ - das geht dem Generationenhilfeverein nicht anders.

js

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