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Der lange Weg vom Stamm zum Scheit

Mehrum Der lange Weg vom Stamm zum Scheit

Mehrum. Zehn Tage dauert es, bis aus einem Buchenstamm ein Stapel Kaminholz wird - bei der Firma Deppe in Mehrum kann man dabei zuschauen. Seit einem Jahr werden dort Scheite produziert. Die PAZ hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

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Mächtige Maschine statt Axt: Die dicksten Buchenstämme werden zunächst geviertelt, damit sie in den Sägespaltautomaten passen, der sie in handliche Scheite schneidet.

Quelle: sur

Die Reise Richtung Kamin beginnt meist im Harz oder im Deister: Von dort bezieht die Kaminholzfabrik ganze Baumstämme, „ausschließlich regional aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern“, erklärt Mitarbeiter Alfred Kuhnert. Das spare Kosten und schütze gleichzeitig die Umwelt, schließlich wird mit jedem gefahrenen Kilometer Kohlendioxid in die Luft geblasen.

Fast täglich bringen die Lastwagen neue Baumstämme auf den Fabrikhof. Meterhoch stapeln sich dort vor allem Buchen, aber auch Birken. „Buche ist das beliebteste Holz - der Heizwert ist ideal und es fällt wenig Asche an“, erklärt Kuhnert. „Birke eignet sich vor allem für offene Kamine, das Holz platzt nicht und spritzt nicht.“

Abwärme aus Biogas-Anlage trocknet das Holz wie ein riesiger Fön

Rund 80 Mitarbeiter hat die Firma Deppe, die vor allem Heizöl verkauft und Tankstellen betreibt. Zwölf von ihnen stellen in Mehrum Holz her, seit einem Jahr gibt es die Fabrik im Industriegebiet Ackerköpfe. Mit der Axt hantiert dort aber niemand, stattdessen werden ganze Stämme per Kran in den Sägespaltautomaten gehoben und dort mit ungeheuren Kräften erst der Länge nach aufgespalten, dann in 30 Zentimeter lange Stücke zersägt.

Nächster Halt: Biogas-Anlage. Die Holzscheite werden in Container gestapelt und beispielsweise nach Bierbergen verfrachtet. Die Abwärme der dortigen Biogas-Anlage trocknet sie wie ein riesiger Fön. Denn nasses Holz brennt schlecht, „weil die Feuchtigkeit ja erst verdunsten muss. Dann sinkt die Heizleistung“, erklärt Kuhnert. Würde man die Scheite einfach im Schuppen stapeln und abwarten, wären sie nach anderthalb Jahren trocken genug - der Biogas-Fön schafft das binnen einer Woche. Ideal sind laut Kuhert rund 20 Prozent Restfeuchte. „Zu trocken ist auch nicht gut, dann brennt das Holz viel zu flott weg.“

Holz liegt im Trend: Pro Jahr werden eine halbe Million Kaminöfen aufgestellt

Zu den Deppe-Kunden von Celle bis Bad Gandersheim, von Wolfsburg bis Hameln gelangt das Holz schließlich in speziellen Gitterboxen, die exakt einen Kubikmeter fassen. „Das ist eine eigene Entwicklung, die Boxen hat einer unserer Fahrer erdacht“, betont Kuhnert. Das besondere: Das Holz wird nicht einfach vor die Einfahrt gekippt, sondern die Box wird per Kran über den Zaun gehoben und direkt im Garten oder auf der Terrasse abgesetzt.

Kaminholz „made in Mehrum“ gibt es erst seit einem Jahr, vorher war Deppe nur Zwischenhändler, kein Produzent. „Aber wenn ein Heizmittel im Trend liegt, dann ist das Kaminholz - sonst wären wir nicht auf den Zug aufgesprungen“, sagt Kuhnert. „Jedes Jahr werden bundesweit fast eine halbe Million Kaminöfen neu aufgestellt.“ Rund 25000 Haushalte beliefert Deppe mit Heizöl, vor drei oder vier Jahren fragte Kuhnert zum ersten Mal bei den Kunden nach: „Damals hatten etwa zwölf Prozent von ihnen zusätzlich einen Kaminofen“, sagt er. „Das hat sich in wenigen Jahren verdreifacht. Das war ausschlaggebend dafür, zu sagen: Wir stellen es jetzt auch selbst her.“

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Termin

Infotag in der Holzfabrik

Bei der Kaminholz-Produktion zuschauen können Interessierte beim Informationstag der Firma Deppe am Sonnabend, 2. März. Von 11 bis 16 Uhr erklären Fachleute, wie aus einem Baumstamm Scheite werden, und die Gäste können Kräne, Sägen und Spalter im Einsatz erleben. Die Experten informieren auch darüber, wie man Kaminholz richtig lagert, und geben Tipps zum effizienten Heizen: „Denn durch falsches Heizen kann man unglaublich viel Energie durch den Schornstein jagen“, sagt Alfred Kuhnert von der Firma Deppe. Beim Info-Tag präsentieren sich zudem Kamin-Studios, es gibt Essen und Getränke und eine Kaminholz-Verlosung. Die Veranstaltung findet in der Kaminholzfabrik in Mehrum statt (Ackerköpfe 28).

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