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Der geteilte Ort: Bau-Zoff in Mehrum wegen Verzögerungen an der Triftstraße

Mehrum Der geteilte Ort: Bau-Zoff in Mehrum wegen Verzögerungen an der Triftstraße

Mehrum . Weil sich der Ausbau der Mehrumer Ortsdurchfahrt (B 65) verzögert, müssen Bürger derzeit große Umwege in Kauf nehmen, und auch selbständige Mehrumer sind stark belastet. Nur rund 200 Meter Luftlinie liegen zwischen dem Haus von Horst-Dieter Britze am Ratsweg und dem Friedhof der Ortschaft. Für die Grabpflege musste er jetzt mit mehreren Säcken Friedhofserde und Blumen 20 Kilometer weiter fahren als sonst.

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Bauarbeiten in der Mehrumer Ortsdurchfahrt: Jens Klöpper (r.) und Horst-Dieter Britze vor der Dorfbäckerei Klöpper.

Quelle: js

Seit mehreren Wochen herrscht Chaos: Weil sich die Bauarbeiten an der Hauptstraße/Ecke Triftstraße verzögert haben, ist derzeit kein Durchkommen vom einen Ortsteil in den anderen.

Horst-Dieter Britze wohnt im Ratsweg, der Mehrumer Friedhof ist nur wenige Hundert Meter von seinem Haus entfernt. „Aber weil die Hauptstraße zu ist, musste ich mit dem Auto über Hohenhameln, Equord und die Ackerköpfe fahren“ - ein Umweg von rund 20 Kilometern. „Bewusst geworden ist mir das, als ich Friedhofserde und Blumen dort hinbringen wollte. Zu Fuß gehen und schleppen konnte ich das ja nicht“, sagt Britze. „Es ist unumstritten, dass wir eine neue Straße brauchen und wir wollen ja nicht nur motzen. Aber diese unerwartete Belastung ist schon hart.“ Das gelte auch für Mehrumer Geschäftsleute wie die Dorfbäckerei Klöpper oder den Friseursalon „BellaHair“.

„Ich habe Umsatzeinbußen von fast 50 Prozent“, sagt Bäcker Jens Klöpper. Inmitten des Ortes hat er seine gleichnamige Bäckerei. Seit Monaten ist er kaum mehr für den Durchgangsverkehr zu erreichen, seit einiger Zeit stehen statt Kundschaft eher Barken und Arbeitsgeräte vor seinem Laden. Der Straßenausbau sei notwendig, „aber als ich gehört habe, dass es eine Vollsperrung gibt, ist mir ganz komisch geworden. Die Umsatzeinbußen sind sehr schmerzhaft.“ Aus diesen und aus gesundheitlichen Gründen habe er entschieden, seinen Beruf bald an den Nagel zu hängen.

Trotz der schweren Zeit wirbt er für Verständnis - nicht für die außerplanmäßige Vollsperrung durch die Verzögerungen, sondern für die Bauarbeiter. „Die machen ihre Arbeit sehr gut und sind richtig fleißig. Außerdem sind sie sehr nett, wenn man sie auch nett behandelt.“ Das seien aber nicht alle Autofahrer, vor allem auswärtige würden immer wieder respektlos auftreten. „Es gab sogar schon Verletzte durch aufgewirbelte Steine, weil Autofahrer sich nicht an die Schilder gehalten haben und einfach durch die Baustelle geheizt sind“, erzählt Klöpper.

Die beiden Mehrumer wünschen sich, dass schnell etwas passiert, um die Lage für die Anwohner zu erleichtern. „Wir würden uns wünschen, wenn die Politik mehr Druck auf die Straßenbehörde macht, damit zumindest die Zubringerstraßen bald wieder geöffnet werden. Das muss irgendwie beschleunigt werden, damit wir wieder von einem Teil Mehrums in den anderen kommen“, sagt Britze.

Ortsbürger Jens Böker (SPD) hofft, dass „die derzeitige besondere Belastung für die Mehrumer möglichst schnell“ wieder beendet ist, appelliert gleichzeitig aber an die Dorfgemeinschaft: „Während der Bauarbeiten müssen wir zusammenrücken und auch die Gewerbetreibenden unterstützen.“

js

PAZ-INFO: "Schlimmste Phase der Bauarbeiten"

„Es ist momentan die schlimmste Phase der Bauarbeiten“, sagt Bernd Mühlnickel, Leiter des zuständigen Landes-Straßenbauamtes in Wolfenbüttel.

Grund für die Verzögerung sind Wasserleitungs-Verlegungen in einer großen Schachtbaugrube. Bis Mitte des Monats soll die Behinderung zumindest für den Anliegerverkehr so aufgelöst werden, dass der innerörtliche Verkehr über die Hauptstraße in Richtung Kreisel an der Baustelle vorbeigeleitet werden kann.

Für alle anderen Verkehrsteilnehmer bleibt Mehrum bis August gesperrt. Projektverantwortlicher Lutz Bojahr sagt: „Das ist für die Anwohner natürlich ärgerlich, das verstehen wir.“ Die Baugrube sei aber zu groß, um Verkehr vorbei zu lassen. Und: „Sobald wir einen Durchlass für den innerörtlichen Verkehr schaffen, wird er von allen Verkehrsteilnehmern genutzt. Deswegen mussten wir komplett dicht machen, sonst geht durch diesen ‚wilden Verkehr‘ zu viel kaputt.“

In Richtung Ackerköpfe können Mehrumer voraussichtlich ab Ende Mai wieder fahren.

js

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