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Darja Kröplin erzählt die Geschichte ihres Onkels

Hohenhameln Darja Kröplin erzählt die Geschichte ihres Onkels

Hohenhameln. Darja Kröplin ist die Nichte von Hartmut Oelkers aus Hohenhameln, der 1975 bei der heute als Heidebrand bekannten bis dahin größten Waldbrandkatastrophe Deutschlands im Alter von 16 Jahren im Feuerwehr-Einsatz ums Leben kam.

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Darja Kröplin.

Quelle: wos

Hohenhameln. In einem Kurzfilm hat sich die 29-Jährige der tragischen Geschichte ihres Onkels angenähert. Mit diesem Beitrag beteiligt sie sich nun an einem Wettbewerb.

„Ich habe meinen Onkel nie kennengelernt. Dass er früh verstorben ist, wusste ich. Aber über die Umstände wurde innerhalb der Familie stets geschwiegen“, erinnert sich Darja Kröplin. Als sie als Teenager zum ersten Mal den Wunsch geäußert hat, der Feuerwehr beizutreten, um Menschen helfen zu können, stieß sie in der Familie auf Zurückhaltung. „Ich will nicht noch jemanden an das Feuer verlieren“, habe die Oma gesagt. Für das junge Mädchen damals unverständliche Worte.

Den Hintergrund des frühen Todes ihres Onkels verstand Darja Kröplin erst vor etwa zehn Jahren, als sie an der Kranzniederlegung zur Erinnerung an den 30. Jahrestag der Katastrophe teilnahm. Damals begann sie, sich mit diesem Teil der Familiengeschichte auseinander zu setzen.

Vor etwa einem Jahr trat sie der Feuerwehr bei. „Ich habe lange darüber nachgedacht, was mein Onkel wohl dazu sagen würde. Und ich denke, er würde nicht wollen, dass wegen seines Schicksals niemand mehr bei der Feuerwehr mitmacht“, sagt Darja Kröplin. Die Familie trage ihre Entscheidung inzwischen mit, doch die Sorge um sie sei immer besonders groß, wenn sie bei Einsätzen ist.

Für das Video hatte sie einen professionellen Kameramann zur Seite. Gemeinsam war man unter anderem an der Stelle, an der damals das Feuerwehrauto mit ihrem Onkel verbrannte. „Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, direkt am Ort des Geschehens zu sein, an dem die Ausgangssituation wieder genauso ist wie vor 40 Jahren“, sagt Kröplin nachdenklich.

Dennoch sei heute natürlich einiges anders als damals: Die Möglichkeiten der Kommunikation, die Technik und Ausrüstung haben sich enorm verbessert.

Für die Recherche sehr hilfreich war eine dicke Mappe mit Zeitungsartikeln aus jener Zeit, die ihr von Marion Wolpers zur Verfügung gestellt wurde, und ein umfangreicher Bericht mit dem Titel „Das große Feuer“, in der Kameraden der Feuerwehr Meinersen das Ereignis aufgearbeitet haben.

Nun hoffen Darja Kröplin und alle Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Hohenhameln auf viel Unterstützung bei der Internet-Abstimmung.

Falls ihr Beitrag einen Preis gewinnt, weiß Darja Kröplin auch schon, was sie mit der Prämie machen möchte: Es soll davon eine Wärmebildkamera für die Hohenhamelner Feuerwehr angeschafft werden.

wos

PAZ-Info: Der Wettbewerb

Mit dem Beitrag über ihren Onkel nimmt Darja Kröplin an der Aktion „ www.ja-zur-feuerwehr.de“ des niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport teil. Dabei handelt es sich um eine Kampagne zur Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung für die Niedersächsischen Feuerwehren. Das Video ist als eines von insgesamt 15 unter  gewinnspiel.ja-zur-feuerwehr.de zu sehen. Dort kann bis zum 16. März abgestimmt werden. Für die Spots mit den meisten Stimmen sind Geldpreise ausgelobt.

wos

PAZ-INFO: Der Heidebrand im Jahr 1975

Am 10. August 1975 bezahlten fünf Kameraden in einem Waldstück bei Meinersen den Kampf gegen das Feuer mit ihrem Leben. Darunter waren mit Hartmut Oelkers und Otto Könneker auch zwei Hohenhamelner Kameraden. Das Feuer wütete in den Wäldern zwischen Gifhorn und Celle eine ganze Woche lang.

Zunächst versuchten die Feuerwehren aus der Umgebung, der Flammen Herr zu werden – es war aussichtslos. Unterstützung kam schließlich aus dem gesamten Bundesgebiet, insgesamt waren rund 15.000 Feuerwehrleute mit 3800 Fahrzeugen im Einsatz. Auch andere Behörden, wie Polizei, Bundesgrenzschutz, Zoll, Technisches Hilfswerk und Forstverwaltung sowie Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter-Samariter-Bund, waren im Kampf gegen die Waldbrände in Niedersachsen eingesetzt.

Durch Einsatz von rund 11.000 Bundeswehrsoldaten mit geländegängigen Radfahrzeugen und schweren Räumgeräten (darunter Bergepanzern mit Räumschild) konnte mit dem Anlegen von Brandschneisen eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Auch Löschflugzeuge kamen zum Einsatz. Sie holten das Wasser aus dem Steinhuder Meer.

Die Löscharbeiten wurden durch die Witterungsbedingungen, die schlechten Wegeverhältnisse und ständig wechselnde Winde erschwert. Das größte Problem aber war der akute Löschwassermangel. Natürliche Wasserentnahmestellen wie Teiche, Kiesgruben oder Flüsse lagen meist weit von den Brandstellen entfernt. Tanklöschfahrzeuge mussten lange Strecken fahren, um ihre Wasservorräte auffüllen zu können.

wos

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