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Bekum-Stedum: Das zusammengewachsene Dorf

Dorfserie Bekum-Stedum: Das zusammengewachsene Dorf

Stedum. Hohenhamelns Dörfer: In einer Serie stellt die PAZ alle Ortschaften der Gemeinde Hohenhameln mit ihren Eigenarten und Besonderheiten vor. In der 11. und letzten Folge geht es um Stedum.

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Hier ist die Grenze: Wo der Beekgraben auf die Typgenstraße trifft, endet Bekum und beginnt Stedum.

Quelle: im

Stedum ist nicht einfach irgendein Dorf - genau genommen handelt es sich um zwei Dörfer, Bekum und Stedum. Vor 50 Jahren haben sie sich zusammengeschlossen.

Wer heute durch die Ortschaft fährt, bemerkt kaum, dass es sich in Wahrheit um zwei Dörfer handelt. Räumlich sind Bekum und Stedum längst zusammengewachsen. Das einzig ungewöhnliche sind die beiden Friedhöfe - einer ganz im Westen in Bekum, einer ganz im Osten in Stedum.

Vor 50 Jahren schlossen sich die beiden bis dato eigenständigen Orte zu einer Samtgemeinde zusammen, bei der Gebietsreform 1974 wurde das Doppeldorf eine Ortschaft von Hohenhameln. Auch etliche Vereine gingen zusammen: Die Stedumer Schützen haben sich schon vor Jahrzehnten dem Schützenkorps Bekum angeschlossen, die Sportler aus Bekum trainieren dafür in Stedum.

Noch heute scheint es ein ungeschriebenes Gesetz der Gleichberechtigung zwischen den beiden Dörfern zu geben: Der einzige Kindergarten des Dorfes befand sich bis vor wenigen Jahren in Stedum, das Mehrzweckgebäude wurde in Bekum gebaut. Die Sporthalle steht in Stedum, das Feuerwehrhaus in Bekum.

Die einzige Kirche des Dorfes gehört allerdings den Stedumern - die Bekumer fahren zum Gottesdienst nach Hohenhameln. Das ist historisch so gewachsen, und bis heute werden die Bekumer Kinder in der Hohenhamelner Laurentiuskirche konfirmiert. „Viele Bekumer fühlen sich kirchlich mit Hohenhameln verbunden“, sagt Pastor Hans Schweda. „Das merke ich daran, dass viele auch hier getraut werden wollen.“

Obwohl vieles längst zusammengewachsen ist, ist der Lokalstolz einiger Dorfbewohner ungebrochen. „Die eingefleischten Bekumer reden noch immer von Bekum“, sagt der ehemalige Ortsbürgermeister Otto Peyers. Besonders schmerze es viele Bekumer bis heute, das der Name ihres Dorfes einst von der Landkarte getilgt wurde. Dabei hatten sich die Ortspolitiker eigentlich für einen Doppelnamen stark gemacht: „Wir wollten Bekum-Stedum heißen“, erzählt Peyers, dessen Vater zu jener Zeit in der Kommunalpolitik aktiv war. „Aber die Landesregierung hat das nicht erlaubt.“

Noch eine Generation wird es dauern, dann ist das Dorf komplett zusammengewachsen - davon ist nicht nur Peyers überzeugt. Schon heute können Zugezogene unmöglich erkennen, wo eigentlich die Grenze zwischen Bekum und Stedum verläuft. Sie befindet sich an der schmalsten Stelle des Dorfes - dort, wo der Beekgraben auf die Typgenstraße trifft.

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Stedum gibt es zweimal

Auch in anderer Hinsicht ist Stedum ein „doppeltes Dorf“: Mit dem Namensvetter in den Niederlanden pflegt die Hohenhamelner Ortschaft seit 35 Jahren Kontakt. Entstanden war die Partnerschaft im Jahr 1977, als der Bürgermeister des niederländischen Stedums das deutsche Stedum auf der Landkarte entdeckte und spontan einen Brief an seinen Amtskollegen schrieb. Bis heute finden regelmäßig Treffen statt. Das niederländische Stedum hat rund 1000 Einwohner, liegt in der Nähe von Groningen und hat – Ironie des Schicksals – ein Nachbardorf namens „Bedum“.

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Freitags fliegt das Florett

MTV Stedum bietet Fechten an – als einziger Verein im Peiner Land

Stedum. Alien-Alarm in Stedum: Der weiße Sportanzug und die Schutzmaske, die das Gesicht völlig verdeckt, lassen die Fechter ein bisschen wie Außerirdische wirken – vor allem in der kleinen Sporthalle. Aber in Stedum ist an diesem düsteren Freitagnachmittag kein Raumschiff gelandet, vielmehr treffen sich die Fechtsportler zu ihrem wöchentlichen Training. Als einziger Sportklub im ganzen Peiner Land bietet der MTV Germania Stedum das Fechten an. Doch wie kommt der Sportverein eines 500-Seelen-Dörfchens zu einer so außergewöhnlichen Sportart?

Als die in die Jahre gekommene Sporthalle vor fünf Jahren instand gesetzt wurde, wollte man in dieser Aufbruchsstimmung beim MTV auch neue sportliche Akzente setzen. So führte Dieter Döring in Stedum das Florettfechten ein. Schon seit seinem 15. Lebensjahr ist Döring aktiver Fechter, damals wohnte er noch in Hildesheim. Unterstützt wird er von seinem Hildesheimer Sportkollegen Günther Söchting, der ebenfalls Fechtlehrer ist.

Obwohl die Halle mit einer Länge von zehn Metern ganze vier Meter zu kurz ist für eine richtige Fechtbahn, die „Planche“, gelangen den Sportlern schon ein Jahr nach Trainingsbeginn 2007 die ersten Turniererfolge. Als besonderes Talent erwies sich der heute elfjährige Lennart Völger, der 2010 Bezirksmeister für Hannover/Braunschweig wurde.

Sieben Mann und ein Mädchen stark ist aktuell die Fechtabteilung im MTV Germania Stedum von 1912. „Fechten ist kein elitärer Sport, das ist ein Kampfsport für jedermann“, sagt Döring energisch. Wie bei jeder anderen Sportart beginnen die Fechter mit Aufwärm- und Dehnübungen, dann wird die Beinarbeit trainiert – eines der wichtigsten Elemente, denn Fechter müssen schnell sein und trotzdem immer einen stabilen Stand haben. Die Grundposition – das Bein unter der Floretthand ist vorn, das andere dahinter und der Körper seitlich gedreht, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten – erinnert ein bisschen an den Bangles-Titel „Walk Like An Egyptian“.

Wenn die Fecht-Eleven bei den Einzellektionen mit Schutzanzug und -maske gegeneinander antreten, geht es um Schnelligkeit und vor allem um Geschicklichkeit. Ziel ist es, den Gegner mit der Florettspitze zu treffen und gleichzeitig dessen Angriffe mit allerlei geschickten Paraden abzuwehren. Das schult die Körperkontrolle und das Reaktionsvermögen, und auch die Kondition wird trainiert.

Zur Gründung hatte Döring auch gleich seinen Enkelsohn Joshua Lahmann angeworben: „Das hat so Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin!“ Diesen Spaß wollen Joshua und Tom Lahmann, Justin Becker, Lea Aumann, Lennart Völger, Jeremy Kiene und die beiden Trainer gern mit anderen teilen, die Sparte sucht Verstärkung. Um eine Ausrüstung brauchen Interessenten, egal welchen Alters oder Geschlechts, aber keine Gedanken machen, sagt Döring: „In den ersten drei Monaten ist alles frei, es gibt keine Mitgliedsgebühren und keine Leihkosten, man kann in Ruhe feststellen, ob einem das Fechten zusagt.“

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Zahlen, Daten, Fakten

Einwohner: 534 *

Davon bis 20 Jahre: 113 * (21,2 Prozent, Gemeinde-Durchschnitt: 20,3 Prozent)

Ab 60 Jahre: 127 * (23,8 Prozent, Gemeinde-Durchschnitt: 26,7 Prozent)

Anzahl der Vereine: 8

Alter des Ortes: 816 Jahre (erste urkundliche Erwähnung: 1196)

Größe in Quadratkilometern: 6,75

* Zahlen vom 18. Juli 2012, mit Haupt- und Nebenwohnsitz

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