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Bankrotter Adeliger musste Kirche verkaufen

Equord Bankrotter Adeliger musste Kirche verkaufen

Statussymbol, Familiengrab und Equords Wahrzeichen: Der kleine Petersdom hat eine spannende Geschichte hinter sich. Vor 300 Jahren wurde er fertig gestellt.

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Blick ins Kirchenschiff: Einst befand sich das Gebäude im Privatbesitz der Equorder Adels. Erst seit etwa 70 Jahren gehört die Markuskirche der evangelischen Gemeinde.

Quelle: Christian Bierwagen

Equord. Die Jahreszahl 1710 kann man an der Kanzel nachlesen. Zwar hat Bauherr Georg Christoph von Hammerstein nicht einmal das Richtfest seiner Kirche erlebt – doch er wäre glücklich, wenn er wüsste, dass sie heute das Wahrzeichen des Dorfes ist. Denn der Equorder Gutsherr ließ sie als Statussymbol errichten – etwa so, wie sich die Reichen heutzutage Villen mit Pool bauen.

„Er war ein einflussreicher Mann“, sagt Pastor Werner Bähr. Georg Christoph von Hammerstein war ein sogenannter Großvogt – „das ist fast die Rolle eines Ministerpräsidenten“, sagt Bähr. Außerdem sei er ein enger Berater des damaligen Kurfürsten Ernst August von Hannover gewesen. „Man vermutet, dass der Altar ein Geschenk von ihm war“, sagt Bähr.

Auf einer Reise nach Italien habe von Hammerstein eine Kuppelkirche gesehen – und beschlossen, selbst etwas Derartiges zu errichten. „Vermutlich hat ein italienischer Baumeister den Plan entworfen“, sagt Bähr. Weil die Equorder Markuskirche der Papstkirche in Rom ähnelt, wird sie „kleiner Petersdom“ genannt. Die Architektur sei einzigartig in Norddeutschland.

Georg Christoph von Hammerstein starb 1687 – 23 Jahre, bevor die Kirche fertiggestellt wurde. Sein Sohn Alexander brachte den Bau zu Ende, und jahrhundertelang nutzte der Equorder Adel das Gebäude als Privatkirche. „Der Rest des Dorfes ging nach Mehrum zum Gottesdienst“, sagt Bähr.

Die Gutsherren ließen sich auch in einer kreuzförmigen Gruft unter der Kirche begraben. In den fünfziger Jahren sei sie allerdings zugemauert worden, sagt Bähr. Die Grabtafeln hängen heute an den Kirchenwänden.

Seit etwa 70 Jahren gehört die Markuskirche der evangelischen Gemeinde: 1929 kaufte sie das Gebäude und den Gutsfriedhof für 1500 Reichsmark. Gutsherr Joseph von Hammerstein musste in der damaligen Weltwirtschaftskrise seinen Besitz versteigern: Er hatte sich mit Erdöl-Bohrungen verspekuliert.

sur

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