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Balalaika, Bossanova, Babuschka: Erstaunliches Konzert

Soßmar Balalaika, Bossanova, Babuschka: Erstaunliches Konzert

Soßmar. Balalaika? Das verbindet der unbefangene Musikverbraucher reflexartig mit Kalinka und Wodka, mit Kasatschok und Babuschka oder mit russischen Wäldern im Schnee und Pferdeschlitten.

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Musikalisch interessierte konnten die Balalaika mit Alexander Paperny (l.) und Pianistin Genia Podolich auf eine ganz neue Weise in Hummers Kultursalon in Soßmar kennenlernen.

Wer aber dazulernen und sein musikalisches Erleben ergänzen wollte, erlebte am Samstag Alexander Paperny mit diesem Instrument auf eine ganz neue Weise. Gerhard Hummer hatte den als Ausnahme-Instrumentalisten angekündigten Musiker in seinen Kultursalon nach Soßmar eingeladen, wo er gemeinsam mit der in Israel lebenden Pianistin Genia Podolich konzertierte.

Und: Das Publikum kam aus dem Staunen nicht heraus.

Musik von Bach auf der Balalaika? Gar Händels „Passacaglia“? Und dann auch noch Camille Saint-Saëns „Danse macabre“? Der aus dem ukrainischen Donezk stammende und in Moskau studierte Musiker internationalisiert sozusagen sein Instrument mit Hilfe der kongenial begleitenden Pianistin und eröffnet völlig neue klangliche Perspektiven.

Nun klingen die drei Saiten der Balalaika für sich genommen, pardon knochentrocken und ohne den allergeringsten Nachklang. Die Kunst des Beherrschers, nein im Wortsinne „Lieb-Habers“ dieses Instrumentes ist, dies durch spezielle unterschiedliche Grifftechniken gleichwohl zu erreichen. Und so klingen die drei Saiten bei Paperny je nach Situation und Stimmung mal nach einer Zither, wenn er die Filmmusik zu „Der dritte Mann“ anstimmt, mal klingen sie sogar nach Bossanova und man zweifelt sogar, ob das Musical „Fiddler on the Roof“ nicht vielleicht auch „Balalaikaspieler auf dem Dach“ heißen könnte, wenn der Meister in unvergleichlicher Art seine Interpretation von Jerry Bocks Musik präsentiert.

Indessen: Genia Podolich bereitet den Balalaika-Klängen auf dem Flügel nicht nur einen warmen und volltönenden Klangteppich, sondern auch ein sicheres Geländer.

Und schließt der Musikfreund nicht genießerisch die Augen, fällt ihm die Entscheidung schwer, sich entweder auf Papernys unglaublich virtuose Spiel- und Grifftechnik zu konzentrieren oder sich auch visuell dem eher zurückhaltenden und unkapriziösen aber intensiven Tastenspiel seiner Bühnenpartnerin zu widmen.

Egal: Das Publikum lässt sich inzwischen willig treiben von Papernys Interpretationen der Musik von Astor Piazolla, de Falla, Prokofjew und sogar von Walzerkönig Johann Strauß. Und dann, ganz zum Schluss und wie auf dem Weg zu den Wurzeln zaubert das Duo doch noch ein bisschen mit der sentimentalen Volkslied-Wodka-Kalinka-Stimmung. Was dann irgendwie aber doch noch anders klingt. Ganz besonders. Nach Paperny eben. Und Podolich. Und doch auch nach Balalaika.

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