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Autorin erzählte aus dem Leben der Elisabeth von Calenberg

Hohenhameln Autorin erzählte aus dem Leben der Elisabeth von Calenberg

Hohenhameln. Ritterturniere und Hexenverfolgung, Religionskriege und Reformation: Die Schriftstellerin Eleonore Dehnerdt entführte die Landfrauen Hohenhameln ins 16. Jahrhundert - an den Hof der Herzogin Elisabeth von Calenberg.

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Im Gewand einer Kammerzofe las die Schriftstellerin Eleonore Dehnerdt aus ihrer Romanbiografie „Die Reformatorin“ vor.

Quelle: im

Als Kammerzofe verkleidet las Dehnerdt am Dienstagabend aus ihrer Romanbiografie „Die Reformatorin“ vor. „Das Buch ist ja aus Sicht der Kammermeisterin Agnes geschrieben“, erklärte sie. Diese kannte ihre Herrin schließlich am besten: War der Herzog verreist, teilte sie sogar das Bett mit der Herzogin.

Die Laurentius-Kirche war gut besucht, etwa 100 Landfrauen lauschten Dehnerdt - und erfuhren so manches über die damalige Zeit, das heute befremdlich wirkt. Prinzessin Elisabeth war erst 14 Jahre alt, als sie 1525 Herzog Erich I. von Calenberg-Göttingen heiratete. Der war älter als ihr Vater - und sie sah ihn zum ersten Mal am Abend vor der Hochzeit.

Frauen galten damals nichts: „Das Weib ist das schlechteste Wesen auf Erden, alles Unheil kommt von ihr“, stand damals im „Hexenhammer“, einer Art Gesetzbuch für die Hexenverfolgung. Und die Frauen trauten sich wenig zu: „Zu viel Wissen ist gefährlich“, wird eine Zofe der Herzogin im Buch zitiert.

Aber Elisabeth ist anders: Sie besteht darauf, dass ihre Dienerinnen lesen und rechnen lernen und lässt sich beim Baden aus Gesetzestexten vorlesen. Schon bald nach der Hochzeit übernimmt sie Verantwortung, nach dem Tod des Herzogs regiert sie das Reich selbst - allen Widerständen zum Trotz.

Elisabeth ist begeistert von Luther, führt in ihrem Land die Reformation ein und verbreitet die Bibel in deutscher Sprache. Sie gründet Schulen für Mädchen und eine Armenspeisung. Aber eine Heilige ist sie nicht: So erklärt sie etwa die Mätresse ihres Mannes zur Hexe - und zettelt einen Krieg an, dessen blutiger Höhepunkt die Schlacht bei Sievershausen ist. Tausende Männer verlieren dort ihr Leben, darunter ein großer Teil des niedersächsischen Adels.

Auch wenn Elisabeth am Ende scheitert - laut Dehnert ist sie dennoch eine mutige Frau, von der man noch heute lernen kann. „Wir müssen nicht perfekt sein, um Dinge in die Hand zu nehmen“, sagte sie. „Die Männer sind ja auch nicht perfekt und nehmen vieles in die Hand.“

sur

Kontakt: www.eleonore-dehnerdt.kulturserver.de

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