Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Ausflugstipp: "Einsteigen und Vorsicht an den Türen" - Das Straßenbahnmuseum in Wehmingen

Sehnde-Wehmingen Ausflugstipp: "Einsteigen und Vorsicht an den Türen" - Das Straßenbahnmuseum in Wehmingen

Sehnde-Wehmingen. Plötzlich klingelt es schrill. Die Kinder erfassen sofort, dass dieses für sie fremde Geräusch das Warnsignal einer Straßenbahn ist, schließlich befinden sie sich in einem Straßenbahnmuseum. Die Erwachsenen erinnern sich vielleicht an ihre eigene Kindheit, in der dieser Warnton in so ziemlich allen Städten zur allgemeinen Geräuschkulisse gehörte. Doch die bunten Bahnen im Straßenbahnmuseum in Sehnde-Wehmingen haben schon 20, 60 oder sogar über 100 Jahre auf dem metallenen Buckel und stammen aus ganz Europa. Sogar Pferdebahnwagen werden gezeigt.

Voriger Artikel
Nachwirkungen des Hochwassers: Landwirte beklagen Millionen-Schäden
Nächster Artikel
Grüngutsammelplatz in Hämelerwald: Entscheidung vertagt

Straßenbahn-Veteranen aus ganz Europa genießen einträchtig den Ruhestand - und fahren auch noch ab und zu.

Quelle: hui

Aber die Bahnen läuten nicht um des Klingelns willen, sondern damit die Besucher die Schienen frei machen. Schließlich sind die Nahverkehrs-Veteranen auf dem Museumsgelände an jedem Sonn- und Feiertag aktiv im Einsatz. „Allein 25 unserer Bahnen sind TÜV-geprüft und für den Fahrbetrieb zugelassen“, sagt Bodo Krüger vom Museumsverein nicht ohne Stolz. So heißt es alle 20 Minuten: „Einsteigen und Vorsicht an den Türen!“ Sogleich fährt die Bahn an und kurvt über die zweieinhalb Kilometer lange Rundstrecke, die der Verein inzwischen auf dem ehemaligen Kalischacht-Gelände verlegt und mit einer Strom-Oberleitung versehen hat.

Die Besucher können es sich - je nach Bauart und Alter der Bahn - auf hölzernen Längsbänken bequem machen oder in etwas modernere quergestellte Sitzreihen rutschen und dabei dem Straßenbahn-Fahrer über die Schulter schauen. Die Hobby-Bahnlenker beherrschen die seltsamen Drehhebel gekonnt und lassen sich auch nicht mehr davon irritieren, dass Straßenbahnen nicht über ein Lenkrad verfügen. Schließlich handelt es sich ja um Schienenfahrzeuge.

Das Straßenbahnmuseum lässt auch Träume wahr werden, sofern man vom Beruf des Straßenbahnfahrers fasziniert ist: Gegen einen kleinen Obolus kann man auch selber mal die Regulierungshebel in die Hand nehmen und nach einer Einweisung unter Aufsicht so eine Straßenbahn auf dem Gelände bewegen. Besonders Jugendliche nehmen gern die Möglichkeit wahr, mit quietschenden Metallrädern um Berliner Bahngleis-Kurven zu ziehen - jedenfalls virtuell. Ingenieur Bodo Krüger hat ein Steuerungsprogramm entwickelt, das es möglich macht, in einem originalgetreuen historischen Fahrstand aus einem sogenannten Potsdamer Reko-Wagen aus den 50er-Jahren anderthalb Stunden lang durch ein computergeneriertes Berlin zu kurven, ohne dass sich die Strecke wiederholt. „Dieser historische Fahrsimulator ist weltweit der einzige seiner Art“, erklärt Krüger.

„Wenn man viel herumgelaufen ist, möchte man vielleicht auch mal ein bisschen sitzen“, sagt er und zeigt auf das gerade neu eingerichtete Kino, in dem in einer Verschnaufpause Filme mit historischen Straßenbahnen betrachtet werden können. Sogar für die Kleinsten gibt es ein Spielzimmer mit Kinderkino, in dem kindgerechte Filme laufen. Ausruhen und sich dabei stärken mit Kaffee und Kuchen oder Eis, Bratwurst und Kaltgetränken können die Besucher auch in dem Kaffeegarten in direkter Nachbarschaft mit den alten Bahnen, die in ihrem langen Leben einst Millionen von Fahrgästen beförderten.

hui

Anfahrt und mehr Wissenswertes:

Anfahrt: Das Straßenbahn-Museum ist mit dem Fahrrad aus Richtung Anderter Schleuse gut entlang des Mittellandkanals zu erreichen. Mit dem Auto: Über die A 2 bis Ausfahrt Lehrte und dann auf der B 443 weiter Richtung Sehnde oder über die B 65. Dort in Richtung Bolzum fahren und nach Wehmingen abbiegen.

Öffnungszeiten: Bis zum 27. Oktober an allen Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

Angebot: Der Eintritt kostet 7,50 Euro für Erwachsene (ermäßigt 6,50 Euro) und für Kinder (6 bis 15 Jahre) 4 Euro. Die Familienkarte kostet 20 Euro. Ab 22. Juni gibt es eine große Playmobil-Ausstellung.

Kontakt: Hannoversches Straßenbahnmuseum e.V., Hohenfelser Straße 16 in Sehnde. Telefon: 05138/4575 (während der Öffnungzeiten); 0511/6463312 (außerhalb der Öffnungszeiten). Sonderveranstaltungen finden sich unter www.tram-museum.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung