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Amtsgericht: 18-Jähriger betrog im Internet

Amtsgericht Amtsgericht: 18-Jähriger betrog im Internet

Peine/Hohenhameln. Bisweilen treffen vor Gericht auch Menschen aufeinander, deren Anliegen für Leute ohne jegliche Ambitionen in Bezug auf Computerspiele schwer nachzuvollziehen sind. Diese Szene ist weit jenseits der üblichen Pausenspielereien wie Pacman oder dem Klassiker Tetris und seinen Varianten angesiedelt. Beim Peiner Amtsgericht ging es jüngst um einen Fall von falscher Verdächtigung bei einem Internet-Fantasy-Spiel. Für den mittlerweile 18 Jahre alten Angeklagten aus Hohenhameln endete die Verhandlung mit einem Freizeitarrest und 100 sozialen Arbeitsstunden.

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Um Computerspielen ging es, wie auf diesem Symbolfoto, jetzt bei einem Fall vor dem Amtsgericht in Peine.

Quelle: A

Mehrere Jahre lang spielte der Jugendliche ein Internetspiel. Seinen Zugang teilte er sich mit zwei anderen Mitspielern, so dass die drei abwechselnd auf denselben Account Zugriff nahmen. Sie erspielten sich im Lauf der Zeit nicht nur ein hohes Level, sondern investierten auch eine erhebliche Summe echten Geldes, um im Spiel weiter zu kommen. So kamen im Lauf der Zeit 10 000 Euro zusammen, an denen sich auch der angeklagte Schüler mit seinem Taschengeld von 30 Euro im Monat beteiligte.

Doch irgendwann war der Zugang weg. Der Behauptung des Schülers, der Account wäre gehackt - also praktisch gestohlen - worden, schenkte das Gericht keinen Glauben. Denn der vermeintliche Hacker, ein 17-jähriger Schüler aus Langelsheim, konnte zusammen mit seinem Vater nachvollziehbar darstellen, dass er den Account tatsächlich von dem Angeklagten für 150 Euro erworben hatte - eine durchaus übliche Praxis unter Internet-Spielern. Unter denen ist allerdings auch hinlänglich bekannt, dass man seinen verkauften Account beim Anbieter des Internet-Spiels als gehackt melden kann. Wenn man dies bei der Polizei offiziell anzeigt, wird der Zugang zum Spiel wieder für den ursprünglichen Nutzer freigeschaltet.

Diese Praxis war auch der Peiner Richterin geläufig. Die Aussage eines Polizisten von der Online-Wache in Salzgitter sowie die von Vater und Sohn über die Abwicklung von Verkauf und Bezahlung bestätigten die Meinung des Jugendgerichtshelfers, der hinter der Aktion des Hohenhamelners eine gehörige Menge an krimineller Energie sah.

Weil der Angeklagte jedoch auf seinen Angaben beharrte, entfiel ein möglicher „Bonus“ durch ein Geständnis, das sich vor Gericht meist strafmildernd auswirkt. Die Staatsanwältin wollte die falsche Verdächtigung mit 150 Stunden sozialer Arbeit geahndet sehen, sein Verteidiger plädierte auf einen Irrtum und demzufolge auf Freispruch - vergeblich.

hui

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