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Ammoniak-Wolke über dem Kraftwerk

Großübung in Mehrum Ammoniak-Wolke über dem Kraftwerk

Eine Wolke mit Ammoniak-Gas zieht vom Kraftwerk Mehrum in Richtung der südöstlichen Ortschaften – was wie ein Horror-Szenario klingt, ist glücklicherweise nur eine Übung. 140 Feuerwehrleute aus fünf Landkreisen und Städten probten am Samstag den „Störfall 2011“.

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ABC-Großübung am Kraftwerk Mehrum: Feuerwehrleute erkunden das Gelände.

Quelle: im

Mehrum. Aus einer Leitung der Rohrbrücke im Kraftwerk Mehrum tritt Ammoniak aus, Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen erkunden das Gelände. Der Wind droht das Gas, das beim Einatmen die Schleimhäute verätzt, über die Dörfer zu verteilen – so sieht die Katastrophenlage aus, die sich Übungsleiter Markus Meyne vom ABC-Zug Landkreis Peine für die Großübung ausgedacht hat.

Hinzu kommen weitere Einsatzstellen: Ein Spediteur hat mit Ammoniak kontaminierte Pakete verteilt, und auf dem Gelände der Firma Diba-Beton in Mehrum hat ein Lastwagen infolge der Giftwolke ein Auto mit zwei Menschen unter asbesthaltigem Bauschutt begraben. Die Einsatzbedingungen sind derart realistisch nachgestellt, dass dem Zuschauer mulmig wird, wenn sich ein Feuerwehrmann durch eine zerquetschte Fensteröffnung in das Innere des Autowracks zwängt. Anschließend suchen Einsatzkräfte die Dekontaminationszelte auf, um sich die „Schadstoffe“ von Kleidung und Haut zu waschen.

Seit einem halben Jahr ist die Übung geplant, bei der erstmals verschiedene ABC-Einheiten aus Peine, Braunschweig, Hildesheim, Salzgitter und Hannover Ost gemeinsam im Einsatz waren. Sinn und Zweck der Übung sei die Koordination der Einheiten unter einer Gesamteinsatzleitung, so der stellvertretende Peiner Kreisbrandmeister Hans-Peter Bolm. Eine wichtige Rolle spielte auch der ABC-Erkundungskraftwagen, mit dem Schadstoffe gemessen werden können.

Dass solche Übungen überaus wichtig sind, habe erst vor Kurzem der Großbrand bei der Firma Röchling Automotive in Peine gezeigt, „wo wirklich viel gemessen geworden ist“, so Meyne. Bei dem Brand hatte eine giftige Rauchwolke zur Evakuierung von benachbarten Firmen geführt. Nach etwa fünf Stunden ist der Einsatz gegen 12.30 Uhr beendet.

Der Übungsleiter ist zufrieden: „Einiges hat sehr gut geklappt, bei Kleinigkeiten gibt es noch Verbesserungsbedarf. Aber dafür ist so eine Übung ja da.“

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