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365 Tage im Jahr für die Toten da

Hohenhameln 365 Tage im Jahr für die Toten da

Hohenhameln. Gestorben wird immer. Bei der Wahl der Bestattungsart und dem Ablauf des Begräbnisses hat sich gleichwohl viel geändert: „Früher kamen die Angehörigen hierher, suchten sich einen Sarg aus, sprachen die Zeremonie mit meiner Mutter durch, und das wars“, erinnert sich Andreas Michalak. „Heute lässt man sich erstmal einen Kostenvoranschlag machen.“

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Führen ein Bestatter-Unternehmen in Hohenhameln: Andreas Michalak und seine Frau Renate. Im Vordergrund: Eine kleine Arche für die Bestattung auf hoher See.

Quelle: hui

Vor fast zehn Jahren übernahm er das Bestattungsunternehmen Michalak in Hohenhameln, das schon sein Großvater gegründet hatte. Der war Tischler, und wie es seinerzeit überall in den Dörfern üblich war, stellte er auch Särge her und organisierte Bestattungen. Auf seinem Sterbebett versprach ihm seine Tochter Gudrun, das Unternehmen weiterzuführen - allerdings ohne die Tischlerei. 2004 musste sie aus gesundheitlichen Gründen die Firmenleitung abgeben. Um das Familienunternehmen weiter erhalten zu können, gab Andreas Michalak seine Festanstellung als Kfz-Mechanikermeister auf und stürzte sich in das Risiko der Selbstständigkeit - das Metier war ihm ja von klein auf vertraut.

Mit am selben Strang zieht Ehefrau Renate. Während die Männer - ihr Gatte und einige Mitarbeiter - sich um das Herrichten und Einsargen der Toten kümmern, ist sie für die Trost suchenden Angehörigen da, denen sie auch ganz praktisch mit Rat und Hilfe zur Seite steht. Und das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

 „Es ist schon öfter vorgekommen, dass wir bei einem Sonntagsausflug gerade am Ziel angekommen waren und gleich wieder umkehren mussten“, sagt Renate Michalak. „Das gehört eben dazu.“

Rund 70 Bestattungen nehmen die Michalaks jedes Jahr vor. Der Trend hat sich mittlerweile deutlich weg von der Erdbestattung und hin zur Feuerbestattung bewegt. Auch Seebestattungen und Begräbnisse im Friedwald bei Uetze bietet das Unternehmen an, was auch in Hohenhameln durchaus angenommen wird. „Für viele ist das schlicht eine Kostenfrage“, sagt Michalak. Aber auch für den schmalen Geldbeutel finde sich eine Lösung, versichert er.

Der Geiz-ist-geil-Mentalität, die auch diesem Gewerbe Einzug gehalten hat, tritt das Ehepaar mit seinen vielfältigen Angeboten entgegen. „Viele, die aus Kostengründen eine anonyme Bestattung gewünscht hatten, bereuen das später, weil sie keinen Ort haben, um ihren Angehörigen zu betrauern oder Zwiesprache zu halten“, sagt Andreas Michalak.

Auf dem evangelischen Friedhof seien zurzeit die „pflegeleichten Rasengräber“ sehr begehrt. Dort ruht die Urne unter einem Grabstein in einer großen Rasenfläche; eine Grabpflege entfällt, denn der Rasen wird regelmäßig gemäht. „Die meisten, die sich Gedanken über ihr Begräbnis machen, wollen ihre Angehörigen nicht auch noch mit der Grabpflege belasten“, erklärt Andreas Michalak. Sie hätten mitunter sogar ganz genaue Vorstellungen, wie ihre Bestattung aussehen soll - von der Predigt über die Musik bis hin zur Kleidung der Trauergäste, die beispielsweise auf keinen Fall schwarz sein dürfe. Überwiegend seien Tod und Sterben jedoch Tabu-Themen.

Auch, wenn man in einem Ort wie Hohenhameln fast jeden persönlich kennt, muss man als Bestatter eine gewisse Professionalität wahren. „Wir müssen schon einen klaren Kopf behalten, aber das heißt nicht, dass uns diese Abschiede nicht auch nahe gehen“, sagt Renate Michalak. Und ihr Mann gesteht: „Wir machen unsere Arbeit, sind aber selber manchmal zu Tränen gerührt!“

hui

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