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33-jähriger reiste 3400 Kilometer zu seinem Prozess

Hohenhameln 33-jähriger reiste 3400 Kilometer zu seinem Prozess

Hohenhameln. Schon zum zweiten Mal ist ein Angeklagter aus freien Stücken aus Bulgarien nach Hildesheim angereist, um sich im Landgericht einer Verhandlung zu stellen. Mit einer Bewährungsstrafe im Gepäck reiste er anschließend zurück nach Sofia. Das sind für Hin- und Rückfahrt 3400 Kilometer.

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Der Angeklagte (Mitte) mit Rechtsanwalt Erhard Hallmann und Dolmetscherin Petya Gotterke.

Quelle: Wiebke Barth

Es ging um einen Einbruch in eine Firma in Hohenhameln, der zweieinhalb Jahre zurückliegt. Im Februar 2014 hatte der 33-Jährige zusammen mit drei Mittätern das Unternehmen heimgesucht. Die übrigen Beteiligten sind bereits 2015 verurteilt worden. Sie mussten sich für bis zu 13 Fällen von Diebstahl, versuchtem sowie vollendetem schweren Bandendiebstahl verantworten und wurden zu Haftstrafen von über drei und über vier Jahren verurteilt.

Auch der 33-Jährige war schon damals angeklagt. Da er aber in seine Heimat Bulgarien ausgereist war und nichts von sich hatte hören lassen, rechnete bei Gericht niemand mit seinem Erscheinen. Als er dann wider Erwarten eintraf, stand kein Pflichtverteidiger zur Verfügung - er reiste wieder ab und kehrte nun zum neuen Termin zurück. „Ich habe eine Vorladung bekommen und fühlte mich verpflichtet zu kommen“, übersetzte Dolmetscherin Petya Gotterke seine Erklärung.

Bandendiebstahl wurde dem 33-Jährigen nicht vorgeworfen, da er nur in diesem einen Fall dabei gewesen sein soll. Während ein vierter Mann im Auto wartete, gelangten er und zwei weitere Täter auf das Gelände einer Firma in Hohenhameln, indem sie einen Teil des Zauns abschraubten. Dann brachen sie Türen und Fenster auf, durchsuchten Lagerhallen, Bürocontainer und den Verwaltungstrakt, öffneten Spinde und einen Tresor. Die Beute soll einen Wert von 3000 Euro gehabt haben, der Sachschaden aber betrug 13.000 Euro Auf der Rückfahrt nach Hannover fiel das Auto der Täter einer Polizeistreife auf und wurde angehalten. Die Beamten entdeckten das Einbruchswerkzeug und nahmen die Männer mit. Die kamen vorerst wieder auf freien Fuß, wurden jedoch observiert und nach einem weiteren Einbruch im September 2014 in Haft genommen. Der 33-Jährige war nicht mehr dabei.

Er habe den einen Einbruch nur mitgemacht, weil er Geld für die Rückreise brauchte, erklärte der Vater von zwei Kindern. Er habe einen der Beteiligten in Hannover besucht, weil der ihm Arbeit in Aussicht gestellt habe. Daraus wurde aber nichts. Darum habe er nach Hause gewollt und nur deshalb bei dem Einbruch mitgemacht. Der 33-jährige Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Er nahm das Urteil an.

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