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"Zeltplatz-Virus" lässt viele nicht mehr los

Eltze "Zeltplatz-Virus" lässt viele nicht mehr los

Eltze. Der Sommer steht vor der Tür, und damit kehrt nach der Winterpause wieder Leben auf dem Kinder- und Jugendzeltplatz des Landkreises Peine in Eltze ein. Die Freizeiten dort üben auf viele Jungen und Mädchen so eine Faszination aus, dass es nicht bei einem Aufenthalt dort bleibt. Viele kommen wieder und wieder mit – erst als Teilnehmer, später als Betreuer.

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Eine besondere Gemeinschaft inmitten der Natur zu erleben, übt auf viele Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus.

Quelle: oh

Und etliche von ihnen engagieren sich später weiter im Förderverein. Einer von diesen Menschen ist Kai Kauschke, Pressesprecher des Vereins, der eine typische „Zeltplatz-Biographie“ vorweisen kann und für die PAZ erklärt, was es mit dem „Zeltplatz-Virus“ auf sich hat.

„Das Zeltlager macht Kindern und Jugendlichen Erlebnisse möglich, die es so anderswo nicht gibt“, versucht Kauschke die Faszination in Worte zu fassen. Da seien zum einen die Erlebnisse in der Natur. Zwei Wochen ohne Fernseher, Computer und Handy schärfen die Sinne für die Umwelt.

„Es sind aber auch Aktionen in der Gruppe möglich, die zusammenschweißen: einen Staudamm in der Erse bauen, spannende Nachtwanderungen oder Stockbrotbacken am Lagerfeuer sind Erlebnisse, die Kinder begeistern“, zählt Kauschke auf.

Nicht zu unterschätzen seien die Sozial- und Gruppenerfahrungen. Mit fünf Kindern zwei Wochen lang ein Zelt zu teilen, ist schon eine Herausforderung. Konflikte müssten ausgetragen und gelöst werden, denn man könne ja nicht einfach nach Hause gehen und sich eine Auszeit nehmen oder dem anderen dauerhaft aus dem Weg gehen, weiß der Pressesprecher aus Erfahrung. Außerdem werden sehr schnell Freundschaften geschlossen, denn man lernt sein Gegenüber schneller und besser kennen, weil man es jeden Tag in allen Lebenslagen erlebt.

Ein ganz wichtiger Aspekt sei die eigene „Zeltlager-Kultur“, die sich durch die Gruppendynamik im Zeltlager entwickelt. „Es gibt eigene Regeln, Rituale, Umgangsformen und sogar neue Begriffe, die nur für das Zeltlager Eltze gelten. Kinder und Betreuer sind Teil einer Gemeinschaft, die sich Jahr für Jahr wieder trifft, sich erneuert und weiterentwickelt“, erklärt Kauschke.

Das alles erleben und schätzen nicht nur die Kinder, sondern auch die Betreuer, die zu Vorbildern werden. Sie sind eine Autorität, aber in ganz anderer Form als Eltern und Lehrer. „Die Betreuer verstehen sich als Teil der Gemeinschaft und arbeiten im Team zusammen. Das macht unglaublich viel Spaß“, hat Kauschke erfahren. So hat man als junger Mensch die Möglichkeit, sich selbst weiter zu entwickeln, seine Stärken und Schwächen zu erkennen und Kritik ebenso wie Anerkennung zu erfahren.

„Trotz der Strapazen, die durchaus dazu gehören, gibt das Betreuersein in einer Welt abseits des Alltag eine innere Befriedigung“, bringt Kauschke es auf den Punkt. Er selbst ist mit 16 Jahren das erste Mal als Betreuer in Eltze gewesen. Insgesamt hat er an 13 verschiedenen Zeltlagern als Betreuer mitgearbeitet – „doch die Freizeiten in Eltze sind für mich immer etwas Besonderes geblieben“, blickt er zurück.

wos

Die Zeltplatz-Erfahrungen können das Leben prägen

Eltze. Mit der Gründung des Fördervereins vor zwölf Jahren haben viele ehemalige Betreuer einen Weg gefunden, sich weiterhin ehrenamtlich für den Zeltplatz in Eltze zu engagieren. Als Teil einer großen Gemeinschaft wollen sie ihn erhalten, erweitern, verschönern und neuen Generationen von Kindern zugänglich machen. Einer dieser ehemaligen Betreuer ist der 36-jährige Kai Kauschke, Pressesprecher des Fördervereins.

„Ein Phänomen dieser Eltze-Gemeinschaft ist, dass hier Menschen mit unterschiedlichen Biografien und in unterschiedlichen Alterstufen zusammenkommen. Als 16-jähriger Jungbetreuer war es für mich etwas ganz Besonderes, mit zehn Jahre älteren Kollegen zusammenzutreffen und mit ihnen als gleichberechtigter Partner zusammen zu arbeiten und von ihrer Lebenserfahrung zu profitieren“, erinnert sich Kauschke.

Heute habe er einen Freundeskreis, der sich auf Menschen von 25 bis 50 Jahren erstreckt. Darunter ist der Jugendpfleger, der ihn damals ausgebildet hat, ebenso wie der inzwischen 30-jährige Vorsitzende des Fördervereins, den Kauschke schon als Achtjährigen betreut hat.

„Das Engagement und die Arbeit auf dem Zeltplatz haben mich zudem sehr in meiner Berufswahl beeinflusst. Nach einer Ausbildung als Kommunikationselektroniker und verschiedenen Stellen in der IT-Branche habe ich mich mit Mitte zwanzig entschieden, mein Abitur nachzuholen und zu studieren. Über meine Arbeit als Betreuer habe ich gemerkt, das meine Bestimmung im sozialen Bereich liegt. Jetzt arbeite ich als Sonderpädagoge an einer Schule für geistige Entwicklung. Schon im Studium konnte ich ganz viele Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Betreuer nutzen, vor allem das Sprechen vor und Anleiten von Gruppen sowie die Zusammenarbeit im Team“, sagt er.

wos

INFO

Der Kinder- und Jugendzeltplatz

Der Kinder- und Jugendzeltplatz des Landkreises Peine liegt etwa 200 Meter hinter der Ortschaft Eltze an der Bundesstraße 444. Das etwa zehn Hektar große Gelände, zu dem auch ein angrenzender Wald gehört, liegt zwar seit der Gebietsreform 1974 geografisch im Landkreis Hannover, ist aber Eigentum des Landkreises Peine.

Der Zeltplatz bietet Raum für Übernachtungen von bis zu 250 Personen, die teilweise in großen, dauerhaft aufgebauten Gruppenzelten untergebracht werden können. Es gibt ein Wirtschaftsgebäude mit Küche und Anrichteraum, fünf überdachte Kochstellen, einen Gruppenraum für etwa 30 Personen, Sanitäranlagen und zwei kleine Zelthäuser.

Für die Kinder und Jugendlichen des Landkreises Peine ist der Zeltplatz ein wichtiges Angebot zur Freizeitgestaltung. Er bietet die Möglichkeit, im Raum Peine mehrtägige, auch größere Freizeiten und Veranstaltungen in freier Natur zu sozialverträglichen Preisen durchzuführen. Der Zustand und die Einrichtungen des Platzes entsprechen allerdings teilweise nicht mehr dem heutigen Standard. Reparaturarbeiten müssen durchgeführt werden, wichtige Erneuerungen fehlen oder können aus Kostengründen nicht umgesetzt werden.

Viele engagierte Jugendgruppenleiter sahen hier Handlungsbedarf. Sie gründeten vor zwölf Jahren den Förderverein des Kinder- und Jugendzeltplatzes, um gemeinnützig die Kinder- und Jugendarbeit dort zu unterstützen. Der Verein versucht, in enger Kooperation mit dem Landkreis gemeinsam Ziele zu verwirklichen. Bei Arbeitstreffen wird der Platz von den aktiven Vereinsmitgliedern mehrmals im Jahr saniert, erweitert und verschönert. Mithilfe von Vereinsbeiträgen und durch Finanz- und Sachspenden gibt es ebenfalls Unterstützung. Mit Veranstaltungen wie dem jährlichen Kinderfest soll der Platz auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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