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Wipshäuser irritiert über „Sprengungen“

Edemissen Wipshäuser irritiert über „Sprengungen“

Wipshausen. Der Schreck war erst einmal groß. Am Samstag knallte es zigfach laut in Wipshausen, Bürger wandten sich besorgt an die PAZ.

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Daniel Warwel ist Großfeuerwerker und simuliert für Übungen des Katastrophenschutzes auch mal Feuerbälle (Foto: eine Übung am Flughafen Köln-Bonn). Am Samstag jagte der Experte vielen Wipshäusern einen gehörigen Schrecken ein - denn er probte an einer Kiesgrube.

Quelle: Archiv

„Der ganze Ort wurde durch extrem laute Sprengungen erschüttert“, erzählt Egbert Ziemen. Er und zahlreiche andere Wipshäuser machten sich auf zur Ursachenforschung - und wurden an einer Kiesgrube fündig.

Der Krach kam vom Betriebsgelände der Kiesgrube „Steinkultur“, berichtet Ziemen. „Ich habe mir das Geschehen aus einer Entfernung von etwa 300, 400 Metern angesehen. Mit mir waren dort weitere Anwohner, die sehr verärgert über den Lärm und die offensichtlich nicht vorhandene Information zu dem Geschehen waren.“

Eine der an den Sprengungen beteiligten Personen sei zur Gruppe gekommen und habe erzählt, dass alles von Landkreis und Polizei genehmigt sei. „Was mich verwundert, ist die Tatsache, dass offensichtlich weder Polizei oder Feuerwehr vor Ort waren und auch keine zusätzlichen Absperrungen den Zugang zum Gelände verhinderten“, moniert Ziemen.

„Die Sprengungen fanden in regelmäßigen Abständen alle paar Minuten statt und waren teilweise so heftig, dass man den Explosionsdruck deutlich spürte. Da hätte man doch ein passenderes Gelände finden sollen, damit das auch für die Bevölkerung gefahrlos ist. Und man hätte uns informieren müssen“, sagt Ziemen.

Während Landkreissprecher Henrik Kühn nichts zu dem Vorfall sagen konnte, wusste Werner Drieschner von der Gemeinde Edemissen bestens Bescheid: „Das waren keine Sprengungen, das war ein Pyrotechniker, der dazu eine Erlaubnis vom Gewerbeaufsichtsamt hat“, berichtet Drieschner, der in der Gemeindeverwaltung auch für den Feuerschutz zuständig ist. „Er hat Pyrotechnik abgebrannt, aber das knallt ja manchmal auch ganz schön laut.“ Die Gemeinde habe keinerlei Befugnis, Einfluss zu nehmen: „Er braucht dafür keine extra Genehmigung von uns, die hat er ja vom Gewerbeaufsichtsamt. Er muss es uns nur anzeigen. Uns ist nicht erlaubt, das zu untersagen.“

Andreas Aplowski ist Amtsleiter des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig. Seine Behörde hat dem Pyrotechniker die Genehmigung erteilt - grundsätzlich, sagt Aplowski: „Das heißt nicht, dass die Erlaubnis von uns kommt, das am Samstag dort zu machen. Die Genehmigung heißt erst einmal nur, dass eine entsprechende Ausbildung nach dem Sprengstoffgesetz vorliegt, mit den entsprechenden Stoffen umzugehen.“

Nach umfangreicher Recherche erreichte die PAZ sogar den Pyrotechniker selber: Daniel Warwel ist gewerblicher Großfeuerwerker aus Peine und auf Katastrophen-Simulationen spezialisiert. Für eine Großübung in Celle im kommenden Frühjahr erprobte er jetzt die Effekte, die auch aus einem Hollywood-Film stammen könnten: Warwel sorgt für Feuerbälle, umfallende Bäume und sonstige Explosionen. „Wir sind verpflichtet, alle Effekte zu erproben, bevor wir sie dann nutzen - wegen der Sicherheitsabstände.“

Bei der Großübung des Katastrophenschutzes, für die Warwel sich vorbereitete, soll ein Flugzeugabsturz simuliert werden. „Da sind dann 800 Löschkräfte, 250 Einsatzfahrzeuge und sogar zwei Hubschrauber der Bundeswehr dabei“, sagt Warwel. „Die Effekte werden häufig mit Feuerwerk verglichen, aber die Explosionen sind natürlich stärker.“

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