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Willi Nordmeyer aus Wipshausen wird 90 Jahre alt

Edemissen Willi Nordmeyer aus Wipshausen wird 90 Jahre alt

Wipshausen. Die erste Fußballweltmeisterschaft, das nationalsozialistische Deutschland, die Gründung der DDR und den Fall der Mauer - Ereignisse, die heute in den Geschichtsbüchern stehen, hat Willi Nordmeyer aus Wipshausen miterlebt. Heute feiert der fitte Rentner seinen 90. Geburtstag.

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Willi Nordmeyer.

Quelle: jak

Geboren wurde Willi Nordmeyer am 7. Januar 1926 in Braunschweig. Mit seinen Eltern und seinen zwei Brüdern wuchs er in Wipshausen auf. „Ich kann mich gut an meine Kindheit erinnern“, erzählt der Jubilar. „Meine Mutter war Magd bei einem örtlichen Bauern, mein Vater war Knecht. 1932 wurde ich hier in Wipshausen in der Volksschule eingeschult.“

Nach dem Schulabschluss 1940 begann Willi Nordmeyer seine Lehre zum Dreher bei der Büssing AG in Braunschweig - heute MAN. Dort arbeitete er 43 Jahre lang, bis er 1983 in den Vorruhestand ging. Unterbrochen wurde seine Zeit als Dreher durch den Zweiten Weltkrieg und die Einberufung in den Kriegsdienst im September 1943. „Ich kam zur Marine nach Kiel - das war mein Lebensretter“, sagt Nordmeyer heute. „1944 wurden wir nach Frankreich geschickt, dort landeten die Alliierten in der Normandie.“ Bei seinem Einsatz wurde der damals 18-Jährige verwundet und zurück nach Kiel geschickt.

Nach Ende des Krieges befand sich Nordmeyer in einem britischen Kriegsgefangenenlager bei Dithmarschen. „Die Engländer haben uns gut behandelt, und ich wurde bereits im Juli 1947 als einer der ersten aus der Gefangenschaft entlassen“, berichtet er.

1952 lernte Nordmeyer seine aus Hillerse stammende Frau kennen. Im April 1954 heiratete das Paar, und im Juli desselben Jahres wurde Tochter Kerstin geboren. „Schwangerschaften dauerten damals einfach nicht so lange“, scherzt Nordmeyer. 1961 erblickte Sohn Harry das Licht der Welt.

Das Ehepaar Nordmeyer kaufte das Haus in der Kiefernstraße, in dem Willi Nordmeyer heute noch wohnt. „Wir haben hier viel ausgebaut und einiges reingesteckt“, erzählt der Rentner stolz. Nachdem die Kinder groß waren, verbrachte das Paar viel Zeit mit Reisen durch Deutschland. „Damals hatte ich einen der ersten Volkswagen, danach eine Isetta und einen Golf - acht Autos habe ich in meinem Leben verschlissen“, lacht Nordmeyer. Im Jahr 2000 starb Willi Nordmeyers Frau im Alter von 68 Jahren an Krebs. „Seitdem bin ich allein, aber ich werde gut von meiner Familie versorgt.“ Viel Hilfe benötigt der rüstige Rentner allerdings nicht. Einkäufe in Edemissen oder Peine erledigt Nordmeyer selber mit dem Auto, ebenso Hausarbeiten, wie putzen oder kochen.

„Im Sommer bin ich viel mit dem Fahrrad unterwegs oder bin im Garten beschäftigt“, erklärt Nordmeyer. Eines seiner größten Hobbys ist seine Modelleisenbahn, die ein eigenes Zimmer im Obergeschoss des Hauses hat. „Da baut man Jahrzehnte dran und lernt trotzdem nie aus“, freut sich Nordmeyer. „Und es ist sehr beeindruckend, wie sich die Technik immer wieder verändert.“

Seinen Ehrentag feiert Willi Nordmeyer heute im Kreise seiner Familie und am kommenden Sonnabend mit Freunden, Verwandten und Bekannten.

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