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Wie der Friedemann Drewes das Kriegsende erlebte

Plockhorst Wie der Friedemann Drewes das Kriegsende erlebte

Plockhorst. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Informationen aus der Geschichte der Gemeinde.

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Friedemann Drewes kurz nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1945 im Garten der Eltern mit seiner Schwester Ellen.

Quelle: oh

Der heutige Beitrag stammt von Silke Freund aus Plockhorst und beschäftigt sich mit den letzten Kriegstagen aus Sicht des damals 16-jährigen Plockhorsters Friedrich Hermann Drewes, genannt Friedemann, der kurz vor Kriegsende zum so genannten Volkssturm eingezogen wurde.

Freund hat Auszüge aus den schriftlichen Erinnerungen von Friedemann Drewes in der kürzlich erschienenen Dorfzeitung „Plockhorster Eichenblatt“ veröffentlicht.

Darin geht es unter anderem um den Abend des 7. April 1945, als der Jugendliche und rund 350 weitere 14- bis 16-Jährige vor allem aus dem Nordkreis Peine im sogenannten Bann-Ausbildungslager mit Gepäck antreteten musste. Die Jungen sollten angeblich vor den heranrückenden Amerikanern in Sicherheit gebracht werden. Tatsächlich ging es aber darum, als Teil des Volkssturms (siehe Kasten) den amerikanischen Vormarsch zu stoppen, wie sich später herausstellte.

In den nächsten Stunden marschierten sie in Gruppen mit lautem Gesang damals üblicher Lieder durch die Dörfer des Südkreises. Frauen und ältere Männer hätten am Straßenrand gestanden, Sorge und Ratlosigkeit in den Gesichtern. In der Ferne sei Geschützdonner zu hören und am Horizont im Westen ein heller Lichtschein. Es gingen Gerüchte, dies sei das brennende Hildesheim.

Am 19. April bekam die Kompanie von Friedemann Drewes, die in der Nähe von Wienrode (bei Blankenburg) lagerte, den Befehl, einige eingedrungene amerikanische Panzer zu vernichten. Etwa zehn 15- bis 16-Jährige machten sich unter der Führung eines 18-jährigen Leutnants auf. Bewaffnet waren sie mit je zwei Panzerfäusten und Stielhandgranaten pro „Mann“ und einem Maschinengewehr, das der Wehnser Otto Armke trug. Den Umgang mit solchen Waffen hatten die meisten nie geübt. Zudem verfügte der Leutnant über eine Pistole.

Beim Marschieren stießen sie auf eine von deutschen Soldaten verlassene Lkw-Kolonne. Hier gab es Waffen und auch Proviant - zum Teil hatten die Jungen zuvor tagelang nichts zu essen bekommen - in Hülle und Fülle.

Im Dorf Altenbrak griffen die Jungen tatsächlich Amerikaner an, doch dann wurden sie selbst zu Verfolgten. Nach kurzem „Rückzug“ wurden sie von Amerikanern gefangen genommen. Vor ihnen lag eine bis Anfang August dauernde Kriegsgefangenschaft in den Lagern Bad Kreuznach und Rheinsberg.

Mit den Worten „Ziemlich verhungert treffen wir Anfang August 1945 in Peine ein“, enden die bewegenden und nachdenklich machenden Aufzeichnungen im „Eichenblatt“.

wos

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