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Werden die Defibrillator-Sponsoren abgezockt?

Firma Defimed verkauft Gewerbetreibenden Platz auf der Sponsorentafel am Golfplatz – Preise seien „ Werden die Defibrillator-Sponsoren abgezockt?

Seit sechs Jahren gibt es auf dem Golfplatz einen Defibrillator, der Abhilfe bei schwerwiegenden Herzproblemen schaffen soll. Finanziert wird er durch Sponsoren, gestellt von der Berliner Firma Defimed. Klingt gut - doch werfen potentielle Sponsoren und der Golfclub Defimed mangelnde Seriosität vor.

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Die „Lebensrettungstafel“ mit den Namen der Sponsoren.

Quelle: dn

Edemissen. Eine sogenannte „Lebensrettungstafel“ hat Defimed vor sechs Jahren auf dem Golfplatz in Edemissen aufgestellt, der Vertrag mit einer Laufzeit von zwölf Jahren kam mit dem früheren Vorstand des Clubs zustande. Die Tafel hat Platz für 28 Sponsoren, die jeweils für drei Jahre einen Betrag ab 650 Euro zahlen - das macht hochgerechnet für alle zusammen mindestens 18 000 Euro. „Einen neuen Defibrillator bekommt man aber schon für einen Preis zwischen 1100 und 1400 Euro“, sagt Peter Prause von Lichtblick Optik in Edemissen, den Defimed auch schon als Sponsor für die Tafel am Golfplatz gewinnen wollte. „Von daher zahlen die Sponsoren unterm Strich einen unseriös hohen Preis für eine im Prinzip sinnvolle Anschaffung.“

Und nicht nur das: „Ein Mitarbeiter von Defimed hat mir beim Anwerbeversuch auf einem Schaubild gezeigt, wer von den Gewerbetreibenden aus Edemissen angeblich beim nächsten Sponsoring mitmacht. Zwei davon haben mir aber persönlich bestätigt, dass sie überhaupt nicht dabei sind“, so Prause. Mit der Methode sei Defimed in ganz Deutschland unterwegs, wie er hinzufügt. Tatsächlich stößt man im Internet über den Suchbegriff Defimed auf zahlreiche ähnliche Fälle wie dem in Edemissen.

Auch Birgit Breitenbach vom Buchhaltungsservice Breitenbach wurde von Defimed wegen des Sponsorings angesprochen. „Die Sache an sich ist ja gut, aber die Kosten dafür sind viel zu hoch. Klar, die Firma will verdienen, aber das muss schon in Relation zu den Kosten stehen - und das tut es in diesem Fall nicht“, sagt sie.

Dem Golfclub Edemissen-Peine sind in dem Fall die Hände gebunden. „Wir finden diese Art der aggressiven Werbung, mit der Defimed bei den Gewerbetreibenden vorgeht, nicht richtig“, betont Clubpräsident Wolfhard Träue. „Wir haben schon geprüft, ob wir aus dem Vertrag wieder herauskommen, aber das ist aus juristischer Sicht leider nicht möglich. Bei uns beschweren sich manchmal Leute wegen des Prinzips hinter der Lebensrettungstafel, aber wir stehen hilflos dazwischen und können nichts tun“, bedauert er.

Die PAZ leitete die Schilderung der Situation mit Bitte um Stellungnahme an die Firma Defimed.

Diese antwortete:

Die Aufrechnung zwischen möglichen Einnahmen durch das Sponsoring suggeriere im ersten Moment, dass es sich um eine Spendenaktion zur reinen Refinanzierung des Defibrillators handeln könnte. „Bei unseren Verträgen mit den Geschäftskunden handelt es sich jedoch um eine reine PR-Maßnahme. Unsere Kunden erhalten die Möglichkeit, sich drei Jahre im Golfclub mit ihrer Werbung zu präsentieren“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens.

Die Anzeigenpreise seien unter Berücksichtigung der Laufzeit günstiger als in sonstigen Werbemedien. Zudem seien bei der Preisgestaltung neben dem Gerät und der Tafel die Kosten für den Außendienst, die Innendienstabwicklung, Grafik, Beklebung, Auslieferung, Montage und Ersthelfer-Ausbildung zu berücksichtigen. Ebenfalls müssten die „stillen Kosten“ eines Defibrillators berücksichtigt werden, da es sich um ein medizinisches Produkt handle, das strengen gesetzlichen Bestimmungen unterliege.

„Es wäre ein Leichtes für uns, einen beliebigen Defibrillator im Supermarkt zu kaufen und das Eigentum dem Golfclub zu übertragen. Dies aber würde in Folge aber erhebliche Risiken für den Verein bedeuten, denn im Falle eines Versagens wäre der Golfclub haftbar. Wie sollte der ehrenamtliche Verein ohne kontinuierliche Wartung für den Defibrillator Gewähr bieten? Diese Vorgehensweise fänden wir moralisch verwerflich“, so der Sprecher.

Daher miete Defimed trotz höherer Kosten Markengeräte, wodurch der Hersteller permanente Wartungen durchführen müsse und der Golfclub von Haftungs- und Gewährleistungsansprüchen befreit sei. Die Kritik an den Außendienstmitarbeitern seitens der Gewerbetreibenden und des Clubs sei für Defimed „überraschend und in keiner Weise nachvollziehbar“.

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