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Wäsche waschen wie einst die Urgroßmutter

Edemissen Wäsche waschen wie einst die Urgroßmutter

Edemissen. In die Zeit der Kindheit ihrer Groß- und Urgroßeltern ließen sich 18 Jungen und Mädchen aus der Gemeinde Edemissen zurückversetzen: Sie waren im Rahmen des Herbstferien-Programms der Jugendpflege im Zehntspeicher zu Gast, der vom Heimat- und Archivverein als Museum genutzt wird.

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Wie mühsam das Leben früher war, erlebten die Kinder bei der Ferienprogramm-Aktion am Zehntspeicher. Stroh dreschen, Wasser schleppen oder Wäsche von Hand waschen (Foto) waren Dinge, die die Jungen und Mädchen sich vorher nicht hatten vorstellen können.

Quelle: oh

Dort durften sie die Ausstellungsstücke nicht nur anschauen, sondern unter Anleitung von Olaf Lahmann und Edemissens Ortsheimatpfleger Joachim Liehr auch selbst ausprobieren.

„Das Interesse der Kinder und Jugendlichen war erfreulicherweise sehr groß und wir haben beschlossen, dieses Angebot auch im kommenden Jahr fortzusetzen“, sagt Liehr. Es ist zwar noch gar nicht allzu lange her, aber doch konnten sich die meisten der Kinder nicht mehr vorstellen, dass man Wasser aus dem Brunnen hatte holen müssen oder dass erst Holz zu hacken war, wenn man es warm haben oder kochen wollte.

Eine Bettpfanne oder einen Nachttopf sowie einen Wärmestein für das Bett kannte keiner mehr. Von einem Strohsack hatte noch niemand etwas gehört, ebenso waren Spinnrad und Webstuhl den meisten unbekannt. Fast alle der Geräte, die auf den Feldern für die Aussaat, Bearbeitung und die Ernte verwendet worden waren, sahen die Kinder zum ersten Mal.

Damit die Kinder eine Vorstellung davon bekamen, wie mühsam das Leben früher war, konnten sie selbst Hand anlegen. So wurde Wäsche mithilfe von Waschbrettern mit der Hand gewaschen und anschließend mit Handkurbeln ausgewrungen. Das Wasser dafür musste mit dem „Holz“ auf der Schulter vom Brunnen geholt werden. Zum Dreschen des Strohs kam ein Dreschflegel zum Einsatz und Kornsäcke wurden mit der Handwinde in das zweite Stockwerk des Zehntspeichers gekurbelt. Außerdem wurde eine Gerichtsverhandlung auf dem Thingplatz unter der 1000-jährigen Linde nachgestellt und ein professioneller Ritter und Feuerschlucker wie aus dem Mittelalter zeigte sein Können.

„Die Idee, die hinter dieser Veranstaltung steckt, nämlich den Kindern und Jugendlichen die Heimatkunde durch Exponate und Vorführungen plastisch darzustellen, scheint erfolgreich zu sein“, freuen sich Lahmann und Liehr.

wos

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