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Vor 400 Jahren wurde um die Eichelmast gestritten

Edemissen Vor 400 Jahren wurde um die Eichelmast gestritten

Wipshausen. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde. Im heutigen Beitrag von Wolfgang Borngräber aus Wipshausen geht es um die Eichelmast um das 1600.

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Eichelmast.

Quelle: oh

Früher war es üblich, Schweine zur Eichelmast in die Wälder zu treiben. Darüber wird in einer Überlieferung aus dem Jahre 1596 berichtet. Dort heißt es, „dass es bei Alvesse eine Holzung gibt, die der Stummel genannt wird. Es ein jungfrisch Eichen- und Buchenwald, mit starken Eichen und Buchen wohl bewachsen und gehört den vier Gevettern von Mahrenholtz, jedem ein Teil, und sind die Leute zu Alvesse keineswegs befugt, sich daraus Bau- und Feuerholz zu holen. Sie haben zu Mastzeiten die Gerechtigkeit 21 Schweine einzutreiben.“

Dieser Wald gehörte also den Herren von Mahrenholtz. Damit besaßen sie die Mastgerechtigkeit, die sie aber nicht nutzten, weil ihre Güter zu weit entfernt lagen. Deswegen durften die Alvesser gegen eine Pacht ihre Schweine dort mästen. Seit „unvordenklichen Zeiten“ taten sie dies auch, allerdings nicht nur mit 21 Schweinen, sondern mit allen Borstentieren des Ortes. Und auch mit dem Verbot des Holzholens nahmen sie es wohl nicht so genau.

Letzlich nahmen die Herren von Mahrenholtz dies den Alvessern übel und verpachteten im Jahre 1605 die Mast an die Wipshäuser. Das war für die Alvesser eine Katastrophe, denn sie hatten nur dieses eine Mastholz. Sie wollten die Neuverpachtung gern rückgängig machen, aber auch das Angebot einer höheren Pachtzahlung brachte keinen Erfolg.

Die Wipshäuser wiederum brauchten die Mast gar nicht wirklich. Da es aber im Vorfeld Streit zwischen den Dörfern gegeben hatte, nutzten sie die neue Ordnung, um die Alvesser tüchtig zu ärgern. Wann immer sich Vieh in den Wald verirrte, wurde es nur nach Zahlung einer empfindlichen Gebühr wieder herausgegeben.

Die Alvesser wandten sich in ihrer Not mit einer Eingabe an ihren Herzog Ernst von Lüneburg, die mit „arme gehorsame Untertanen sämtliche Leute von Alvesse“ unterzeichnet ist.

Auch die Stellungnahme der Herren von Mahrenholtz ist bekannt, unterzeichnet mit „sämtliche Vettern von Mahrenholtz“. Die Entscheidung des Herzogs liegt leider nicht vor, doch nach Einschätzung von Wolfgang Borngräber sei nicht anzunehmen, dass die Verpachtung der Mast an die Wipshäuser rückgängig gemacht worden ist.

„Kurze Zeit später brach der 30-jährige Krieg aus, und Recht und Gesetz galten wenig. Die Bauern wurden beraubt und sie selbst nahmen sich, was sie brauchten“, weiß der Ortsheimatpfleger. Als 1667 eine Bestandsaufnahme gemacht wurde, wurden im Stummel nur noch 349 Bäume gezählt.

wos

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