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Vor 100 Jahren kam die elektrische Energie nach Eddesse

Edemissen Vor 100 Jahren kam die elektrische Energie nach Eddesse

Eddesse. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse und hat einen konkreten Hintergrund:

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Telegrafenmast mit Isolatoren und Hochspannungsleitung vor der ehemaligen Eddesser Schule (heutiges Dorfgemeinschaftshaus).

Eddesse. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse und hat einen konkreten Hintergrund: Vor 100 Jahren hielt die Elektrizität Einzug in ihrem Heimatdorf.

Über Jahrhunderte dienten in unserer Region das Talglicht, die Kerze, der Kienspan und die Petroleumlampe für Beleuchtungszwecke. „Mein Großvater August Hollmann, der von 1873 bis 1964 gelebt hat, erzählte mir, dass er um 1885 seinem Vater mit dem Kienspan, einem harzreichen Kiefernholz, beim Arbeiten an der Werkbank leuchten musste“, berichtet Schmidt. In vielen Familien wurden aus Buchenholz Kienspäne gefertigt und verkauft, um damit einen kleinen Nebenverdienst zu erwirtschaften.

Die später aufgekommenen Petroleumlampen waren schon ein erheblicher Fortschritt. Sie hatten eine bessere Leuchtkraft, brannten länger und waren viel ungefährlicher als das offene (Feuer-)Licht.

Der Wunsch vieler Gemeinden verstärkte sich, elektrischen Strom für alle nutzbar zu machen, besonders in der Landwirtschaft und dem dörflichen Handwerk mit Motoren. Die Umsetzung schritt aber zunächst nur langsam voran. Dennoch verdeutlichen die neuen Hausanschlüsse im Versorgungsgebiet jener Zeit einschneidende Veränderungen im dörflichen Alltag.

Unter „Daheim in unserem Dorf 1916“ berichtet der damalige Eddesser Lehrer Fritz Haase: „Seit einigen Wochen wird daran gearbeitet, unser Dorf mit elektrischem Licht zu versehen. Schon stehen die Masten, und bei vielen Einwohnern sind auch die Anlagen im Hause fertig gestellt. Es werden die Drähte gezogen und unser Dorf passt sich der Neuzeit an. Hoffentlich dürfen wir das so sehr begehrte Licht als Weihnachtsgeschenk begrüßen?“

Zu Weihnachten brannte das elektrische Licht in allen Eddesser Häusern, wie Lehrer Haase an anderer Stelle erwähnt. Nicht jeder Raum des Hauses erhielt sofort einen Lichtanschluss, daher veränderte sich manche überkommene Raumnutzung. Arbeiten aus unbeleuchteten Räumen oder Kellern verlagerten sich in die abends beleuchtete Wohn- und damit Arbeitsstube. Andererseits verschwanden mit dem Ausbau der Elektroanlage im Haus und der größeren Verbreitung von elektrischer Beleuchtung der Stellenwert der guten Stube beziehungsweise der Küche als der einzige - die Familie zusammenführende - Ort mit „anständiger” Beleuchtung. So brachte die Elektrizität im Haus enorme Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

wos

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