Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Vom Kuhstall zum Lacklager: Bauernhof wurde zum Firmensitz

Edemissen Vom Kuhstall zum Lacklager: Bauernhof wurde zum Firmensitz

Mödesse. Für alte Gebäude eine sinnvolle Nachnutzung zu finden, ist nicht immer einfach, hat aber einen besonderen Reiz. In einer Serie stellt die PAZ gelungene Beispiele aus der Gemeinde Edemissen vor. Heute geht es darum, wie ein ehemaliger Bauernhof zum Firmensitz umgebaut wurde.

Voriger Artikel
Geschichten und Gesang auf Plattdeutsch in Edemissen
Nächster Artikel
Batterie und Dieselkraftstoff gestohlen

Jürgen (l.) und sein Sohn Gordon Himstedt vor dem ehemaligen Bauernhof, der heute Firmensitz ist.

Quelle: taw

Dort, wo einst die Kühe fraßen, lagern heute die Lacke. Und an der Stelle, wo sich der Bauer am Abend nach getaner Arbeit auf dem Sofa ausruhte, befindet sich heute das Besprechungszimmer. Es hat sich viel getan auf dem ehemaligen Bauernhof im Ortskern von Mödesse, seit Malermeister Jürgen Himstedt das Anwesen 2009 gekauft hat.

„Das Haus wurde ungefähr 1900 errichtet, aber es wurde immer wieder durch Anbauten erweitert, zuletzt 1993“, berichtet Himstedt. Gekauft hat er es so, wie der Bauer es zurückgelassen hat: Auf dem Boden lagerten über 1000 Bunde Stroh, in der Küche stand noch das Paket mit Pulver für Kartoffelbrei, und die restlichen Zimmer waren voll möbliert. „Eigentlich hätte man nur einziehen brauchen“, schmunzelt er.

Da das in etwa L-förmige Anwesen aber nicht Wohnraum, sondern Sitz der Firma werden sollte, wurde erst einmal entrümpelt. Dabei traten viele nicht vorhergesehene Dinge zu Tage. Unter anderem war ein Teil des Strohs auf dem Dachboden durch stetigen Wassereintritt bereits zu Humus geworden. „Im Stall haben wir plötzlich eine Tür entdeckt, hinter der sich das frühere Plumpsklo verbarg. Damit hatten wir auch nicht gerechnet“, sagt Jürgen Himstedt rückblickend.

Im Stall wurden unter anderem die Fressgitter der Kühe und die Schweinebuchten entfernt. Anschließend wurde alles saniert und in moderne Lagerräume verwandelt: „Hier im Gewerbetrakt lagern wir alles, was wir für unsere Arbeit benötigen“, sagt Himstedt.

Das alte Bauernhaus wurde ebenfalls entkernt und dient heute der Beratung von Kunden. Dafür wurden unter anderem Mauern und die Kellertreppe versetzt. „Man kann sagen, dass nur noch die alte Haustür vorhanden ist. Die wollen wir auch behalten. Den Rest haben wir neu gemacht“, beschreibt der Malermeister.

Auch ein neues Dach und eine neue Fassade hat das Gebäude bekommen. Somit hat sich der Anblick grundlegend verändert. Allmählich ist auch ein Ende der Umbauten abzusehen. „Beim Kauf 2009 habe ich gesagt, in sechs Jahren will ich fertig sein. Daran halten wir fest.“

Förderangebote der Gemeinde Edemissen: Es sind nicht nur landwirtschaftliche Gebäude, die für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr gebraucht werden und oft wegen eines Generationswechsels einen neuen Besitzer finden. Damit es möglichst nicht zu Leerständen kommt, bietet die Gemeinde Edemissen mit zwei Projekten Interessenten und Käufern Unterstützung an.

Zum einen gibt es Gutscheine für eine kostenlose Beratung durch einen Fachmann. Oft sei es möglich, historische Gebäude so umzubauen, dass sie ihren besonderen Charme behalten, aber trotzdem die berechtigten Wünsche an zeitgemäßes Wohnen erfüllen. Für die Beratung stehen drei Fachleute zur Verfügung, die Kaufinteressenten über die Möglichkeiten der Modernisierung direkt vor Ort im betreffenden Haus informieren. „In diesem Jahr habe ich bereits sechs Beratungsgutscheine herausgegeben“, sagt Oliver Völkening von der Gemeinde.

Zum anderen wurde das Förderprogramm „Jung kauf alt“ aufgelegt. Hier wird für den Erwerb eines Altbaus über fünf Jahre hinweg ein Zuschuss gezahlt. Wichtig: Der Antrag muss gestellt werden, bevor das Haus gekauft wird. Auch dieses Angebot wird gut angenommen: „Seit Beginn des Programms im März wurden fünf Anträge bewilligt. In allen Fällen wollen junge Familien Wohnhäuser für die Eigennutzung modernisieren“, sagt Völkening. Die Standorte liegen in Rietze, Wipshausen, Abbensen und Eickenrode, sind also im gesamten Gemeindegebiet verteilt.

Ansprechpartner: Danuta Golla, Zimmer 13, Telefon 05176/18823 und Oliver Völkening, Zimmer 12, Telefon 05176/18825.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung