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Umweltskandal: Kritik an Regionsverwaltung

Dedenhausen Umweltskandal: Kritik an Regionsverwaltung

Dedenhausen. Der Umweltskandal vor den Toren der Firma Remondis in Dedenhausen (PAZ berichete) ruft die Politiker auf den Plan. „Es muss schnell geklärt werden, ob eine Grundwassergefährdung vorliegt“, fordert Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg.

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Reinhard Brandes (von links), Hendrik Gellermann, Bernd Gellermann, Bernward Schlossarek, Marion Gellermann und Hans-Joachim Deneke-Jöhrens sehen sich abgestorbenen Bäume an, unter denen noch grünes Gras wächst.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Auf und am ehemaligen Bahndamm, der zur früheren Raffinerie Sengewald führte, sind Gräser, Bäume und Büsche abgestorben. Backeberg befürchtet, dass Gifte, die die Vegetationsschäden verursacht hätten, in die landwirtschaftlichen Beregnungsbrunnen gelangen könnten, die sich in der Nähe befinden.

„Eine schnelle Aufklärung“ hat auch Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Regionsfraktion, gefordert, als er sich mit seinen Fraktionskollegen Marion Gellermann und Manfred Wenzel sowie dem CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Joachim Deneke-Jöhrens den Schaden anschaute. Er kritisierte, dass die Regionsverwaltung nur anhand von Fotos des Uetzer Umweltsachbearbeiters Peter Schillhofer darauf geschlossen habe, dass ein unsachgemäßer Herbizideinsatz den Schaden verursacht hat: „Die Ferndiagnose anhand von Fotos halte ich für fragwürdig.“

Deneke-Jöhrens, promovierter Agrarwissenschaftler, schloss einen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus: Wenn dort jemand gespritzt hätte, wäre kein Gras unter den toten Bäumen neben dem Bahndamm mehr grün, so seine Einschätzung. „Ich kann nicht begreifen, dass keiner sofort Proben genommen hat“, bemängelte der Landtagsabgeordnete.

Bereits in der vorletzten Woche hatte die Gemeinde Uetze die Regionsverwaltung informiert. Erst am Montag darauf setzte diese die Landwirtschaftskammer in Kenntnis. Am Dienstag nahm eine Mitarbeiterin der Kammer Pflanzen- und Bodenproben. Die Landwirtschaftskammer lässt diese nach Auskunft des Regionssprechers Klaus Abelmann auf Herbizide, die Regionsverwaltung auf andere Schadstoffe untersuchen.

Zudem hat die Feuerwehr am vorletzten Samstag Wasserproben gezogen, als nach einem Sturzregen Wasser vom Gelände der Firma Remondis auf die einstige Bahntrasse gelaufen war. Auch diese Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.

Inzwischen hat Marion Gellermann eine Anfrage an die Regionsverwaltung gestellt. Sie will zum Beispiel wissen, wann sich Mitarbeiter der Region an Ort und Stelle ein Bild von dem Schaden gemacht haben. Außerdem fragt sie, ob das Wasser, das vom Remondis-Gelände geflossen ist, den Boden kontaminiert haben könnte?

Wie die CDU-Politiker kritisiert der Vorsitzende der Dedenhausener SPD, Söhnke Leßmann, dass die Region zunächst nur Rückschlüsse anhand der Fotos gezogen habe. Leßmann: „Es bleibt nur zu hoffen, dass auch die Betriebssicherheit der Firma Remondis genau überprüft wird.“ „Bei den Bürgern drängt sich der Eindruck auf, dass jede Tankstelle mehr Auflagen bekommt, als die Firma Remondis, obwohl bei Remondis das Gefährdungspotenzial um ein Vielfaches höher ist“, sagt der ehemalige Ortsbürgermeister von Dedenhausen, Hans-Heinrich Bolten. Remondis hat bereits jegliche Verantwortung für den Umweltschaden zurückgewiesen.

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