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Sudanese macht Praktikum in Tischlerei

Edemissen Sudanese macht Praktikum in Tischlerei

Wehnsen. So kann die Integration von Flüchtlingen gelingen: Dank der Initiative des Uetzer Tischlermeisters Klaus Miehe macht der 20-jährige Sudanese Ibrahim Hamad ein Berufspraktikum. Hamad ist einer der jungen Sudanesen, die vor einigen Monaten in Wehnsen ein vorläufiges neues Zuhause gefunden haben.

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Unter Anleitung des Tischlermeisters Klaus Miehe (links) schraubt Ibrahim Hamad eine Wasserrinne aus Holz zusammen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Seit dem 1. März arbeitet Ibrahim Hamad in Miehes Tischlerei an der Praklastraße. „Was er in den ersten Wochen gezeigt hat, ist enorm. Er hat eine super Einstellung, eine sehr hohe Arbeitsbereitschaft und ist sehr engagiert“, ist der Meister voll des Lobes über seinen 20-jährigen Schützling, den er gern als Helfer in seinem Betrieb übernehmen möchte.

„Ich lerne viel“, sagt Hamad, der aus der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur geflohen ist, weil er sich dort nicht mehr sicher fühlte. Inzwischen kenne er die Namen aller Maschinen in der Werkstatt. An die Maschinen dürfe sein Praktikant aus Sicherheitsgründen aber noch nicht, dafür sei ein spezieller Lehrgang Pflicht, stellt Miehe klar.

Aber einfache Arbeiten mit Handwerkszeug darf und kann Hamad schon machen. Er schmirgelt Tischplatten glatt, bohrt Löcher und schraubt Bretter zusammen. „Ich kann auch schon eine alte Tür ausbauen und eine neue einsetzen“, berichtet Hamad stolz.

Miehe nimmt den Asylbewerber mit auf die Baustellen. „Da sagt er oft: ‚Chef, gib mir den Akkuschrauber, ich will das machen‘“, erzählt Miehe. Als Meister müsse er dann beurteilen, ob Hamad alles richtig mache.

Darüber, dass er das Praktikum machen kann, ist Hamad froh: „Ich kann jetzt arbeiten. Der Tischlerberuf macht mir Spaß.“ Er müsse nicht länger die Zeit untätig in der Unterkunft verbringen, die er mit drei anderen Sudanesen teilt.

Wichtig sei für ihn auch, die deutsche Sprache zu lernen. Zweimal in der Woche besucht er einen Deutschkurs. „Wenn ich hier arbeite, muss ich Deutsch sprechen“, sagt der Flüchtling, der in seinem Heimatland angefangen hatte, Flugzeugtechnik zu studieren.

„Er will gern eine Ausbildung machen“, sagt Miehe. Dafür seien aber die Hürden hoch. Der Sudanese müsse zum Beispiel seine Deutschkenntnisse weiter verbessern. Miehe will mit der Ausländerbehörde klären, ob Hamad nach dem zwölfwöchigen Praktikum als Helfer in seiner Tischlerei arbeiten kann.

„Wir haben ein riesiges Problem, Personal zu finden, das wir ausbilden können“, sagt Miehe. Deshalb habe er sich gesagt: „Wenn es mit deutschen Jugendlichen nicht geht, sehen wir mal, ob es mit einem Sudanesen klappt.“

Kennengelernt haben sich der Tischlermeister und der Flüchtling in Wehnsen, wo auch Miehe wohnt. Dem Handwerksmeister war aufgefallen, dass die dort lebenden Sudanesen gern arbeiten wollen, um sich nicht zu langweilen. Miehe hat sich intensiv mit Hamad unterhalten, bevor er ihm das Praktikum angeboten hat. Er wollte herausfinden, ob der junge Mann, der auch beim SSV Plockhorst Fußball spielt, handwerkliches Geschick und Interesse am Tischlerberuf hat. Beides habe sich bestätigt.

fs

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