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"Schmiergeld-Affäre" in Ohof: Eine alte Chaussee-Quittung erzählt Geschichte

Ohof "Schmiergeld-Affäre" in Ohof: Eine alte Chaussee-Quittung erzählt Geschichte

Ohof. Man schrieb das Jahr 1839, als ein Fuhrwerk auf der Celler Heerstraße unterwegs war und dort Zoll bezahlen musste. Die Quittung ist bis heute erhalten. Über die Hintergründe berichtet der Historiker Jens Koch.

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Das Hauptgebäude des Ohofer Posthofes existiert noch. Die Stallungen sind allerdings abgebrannt.

Quelle: oh

In Deutschland entstanden nach dem Zerfall des Reiches am Ende des Dreißigjährigen Krieges zahlreiche absolutistisch geführte, häufig unzusammenhängende Kleinstaaten mit lokalen Zollprivilegien. Noch im späten 18. Jahrhundert existierten etwa 1800 Zollgrenzen. An jeder wurde ein Obulus fällig.

„Die alte Chaussee-Geld-Quittung aus Ohof erzählt uns davon“, sagt Koch. Ein Fuhrwerk zahlte demnach am 26. April 1839 acht „Gutegroschen“ (Ein Drittel Taler) königliches Chaussee-Geld - Ohof gehörte zu dieser Zeit zum Königreich Hannover - für die zwei „Barrieren“ (Schranken) von Ohof bis Braunschweig. Das waren etwas mehr als 25 Kilometer, die in heutiger Währung ungefähr 50 Cent kosteten. Das alte Formular berechnet weiterhin die vier Pferde auf den alten 3,5 Meilen mit der Summe 7, gemeint sind vermutlich 7 Groschen.

Auf „Schmiergeld“ verzichtete der Fuhrmann, der mit seinem eigenen Fuhrwerk an einem Freitag unterwegs zur alten Hanse-Stadt war. Gemeint ist damit allerdings nicht etwa eine Bestechung, sondern Schmiergeld nannte man den Betrag, der für das Fetten der Wagenachsen fällig wurde.

„Mag sein, dass es sich um einen Händler aus dem Hamburgischen handelte, der den traditionellen Braunschweiger Wochenmarkt am Samstag beschicken wollte“, sagt Koch. Für die amtlichen Postkutschen jedenfalls, die auch Passagiere beförderten, war das regelmäßige Schmieren an den Relais-Stationen vorgeschrieben. So wollte man verhindern, dass sich die Räder „festfraßen“.

wos

Geschichtliches über Ohof

Der kleine Ort Ohof mit seinen etwa 800 Einwohnern gehörte lange zum Landkreis Peine. Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre wurde jedoch auch das nördliche Peiner Kreisgebiet „begradigt“. Eltze, traditioneller Kirch-Ort der Ohofer, überließ man dem Landkreis Hannover; Ohof selbst kam zu Gifhorn.

Bis 1885 gehörte Ohof zur Gografschaft Edemissen des Amtes Meinersen, seit 1885 zum neu gebildeten Landkreis Peine. Urkundlich wird das Dorf am Rande der Süd-Heide erstmals 1360 erwähnt. Die unterschiedlichen Schreibweisen „Mohop“ oder auch „Mohoff“ und „Ohoff“ sind auf alten Landkarten und Briefen verbürgt. Über Jahrhunderte existierten in dem relativ bedeutungslosen Ort nur eine Handvoll Höfe, von denen einer in zentraler Lage bereits eine Pferde-Wechsel-Station war. Um 1680 wandelte man diese in eine offizielle Post-Station um; man befand sich ungefähr auf halber Strecke zwischen Celle und Braunschweig auf der sogenannten „Celler Heerstraße“ (heute B 214).

In der Mitte des 17. Jahrhunderts bauten verschiedene Landesfürsten ein eigenes Postwesen neben der von den Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost auf.

wos

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